TTC GW Bad Hamm – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3

3:0 in Bad Hamm: Starke TTF loesen Ticket fuer Liebherr Pokal-Finale

TTC GW Bad Hamm – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3


Die letzte Hürde vor dem großen Pokal-Showdown ist gemeistert. Die TTF Liebherr Ochsenhausen gewannen am Sonntagnachmittag ihr Viertelfinal-Match beim Zweitligisten Bad Hamm „standesgemäß“ mit 3:0. Damit steht man zum zweiten Mal in Folge im Final Four (Liebherr Pokal-Finale), das am 5. Januar 2019 in der Neu-Ulmer ratiopharm arena vor vermutlich großer Kulisse ausgetragen wird. Für dieses Highlight hat man sich einiges vorgenommen und will mehr erreichen als in der Vorsaison. Auf Titelverteidiger Düsseldorf könnte man – der Setzung entsprechend – erst im Endspiel treffen.

 

Vor rund 400 Tischtennis-Fans benötigten die TTF 90 Minuten, um das erste kleine Saisonziel einzutüten – das erste große besteht darin, in Neu-Ulm etwas zu reißen. Hätte Jakub Dyjas im dritten und letzten Match des Tages nicht plötzlich den Faden verloren und es unnötig spannend gemacht, wäre es noch deutlich zügiger über die Bühne gegangen. Doch so war es für die Zuschauer – Kristijan Pejinovic: „Eine tolle Kulisse, Respekt an Bad Hamm, die ein super Event auf die Beine gestellt haben!“ – ein ganzes Stück interessanter.

 

Der Weltranglistenneunte Hugo Calderano, der – wie man hört – vermutlich im Dezember-Ranking des Weltverbandes auf Position sechs (!) klettern wird, ließ zum Auftakt gegen den 18-jährigen Koyo Kanamitsu aus dem Liebherr Masters College keine Unklarheiten aufkommen. Der TTF-Brasilianer ließ dem talentierten Japaner nicht den Hauch einer Chance, der unter der Woche bei den Austrian Open immerhin das Achtelfinale erreicht hatte – Calderano kam bei dem hochrangigen Turnier in Linz noch weiter und stieß als bester Ochsenhauser ins Viertelfinale vor, wo er gegen den späteren Turniersieger Liang Jingkung (China) den Kürzeren zog.

 

In einem rein französischen Duell machte anschließend Simon Gauzy mit dem 49-jährigen Altinternationalen Damien Eloi kurzen Prozess, der 14 Punkte in drei Sätzen machen konnte und mit den Aufschlägen des TTF-Profis große Probleme hatte.

 

Da es Stefan Fegerl „erwischt“ hatte – der Österreicher war auf der Fahrt erkrankt und nicht spielfähig – musste es Jakub Dyjas endgültig richten, was für den in der Bundesliga bisher absolut überzeugenden jungen Polen eigentlich kein Problem hätte sein sollen. Gegen den deutschen U21-Nationalspieler Gerrit Engemann ging er klar favorisiert an den Tisch und schien zunächst genau dort weiterzumachen, wo seine Kollegen Calderano und Gauzy aufgehört hatten. Doch nach zwei klar gewonnenen Sätzen verlor Dyjas den Faden und sein Gegner kam – gepuscht vom Publikum – plötzlich immer besser ins Spiel. So ging es in den Entscheidungssatz, in dem der Ochsenhauser wieder auf Kurs zu sein schien und mit 6:1 in Führung ging, doch es folgte nochmals ein kleiner Einbruch, so dass er froh sein konnte, am Ende mit 12:10 gewonnen und damit den Einzug der TTF ins Liebherr Pokal-Finale besiegelt zu haben.

 

„Wir haben das Spiel richtig ernst genommen, weil der Einzug ins Pokal-Final-Four für den Verein und das Umfeld ganz wichtig ist, und freuen uns, dass es wie geplant geklappt hat“, sagte TTF-Cheftrainer Dmitrij Mazunov nach der Partie. „Die ersten beiden Spiele liefen ganz entspannt für uns, Hugo und Simon waren klar überlegen, und auch bei Jakub schien es ganz locker weiterzugehen. Doch nach dem 2:0 hat er stark nachgelassen und das Publikum ist gekommen und hat seinen Gegner gepuscht. Wir sind alle froh, dass er das Match doch noch nach Hause gebracht hat und wir nicht nochmal an den Tisch mussten, auch wenn wir sicher den dritten Punkt noch geholt hätten.“ Die Spieler waren nämlich ziemlich geschafft von den Strapazen der letzten Wochen. „Sie hatten besonders in den letzten 14 Tagen ein strammes Programm. Erst das Düsseldorf-Spiel, dann die Swedish Open, dann das Spiel in Bremen und jetzt die Austrian Open“, so Mazunov. „Und jetzt können die Jungs endlich mal durchatmen, sich ein paar Tage erholen und auch die Köpfe wieder freibekommen.“

 

„Wir haben insgesamt gut und konsequent gespielt“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Hugo und Simon haben keinen Punkt verschenkt. Nur Jakub hat sich selbst das Leben schwergemacht. Nach den Strapazen der letzten Wochen war bei allen die Luft etwas dünn. Wir sind jetzt schon erleichtert, dass wir im Liebherr Pokal-Finale stehen und wollen dort allen Tischtennis-Fans diesmal zeigen, was wir wirklich draufhaben.“

 

Das Spiel im Überblick
Koyo Kanamitsu – Hugo Calderano 0:3 (4:11, 7:11, 5:11)
Damien Eloi – Simon Gauzy 0:3 (5:11, 4:11, 5:11)
Gerrit Engemann – Jakub Dyjas 2:3 (7:11, 2:11, 11:5, 11:9, 10:12)

 

Alle Viertelfinal-Partien der Deutschen Pokalmeisterschaft 2018/19
TTC GW Bad Hamm – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3
1. FC Saarbrücken TT – TTC Zugbrücke Grenzau
SV Werder Bremen – TTC Schwalbe Bergneustadt (beide 13.11., 19 Uhr)
ASV Grünwettersbach – Borussia Düsseldorf (16.11., 19 Uhr)

 

Hugo Calderano schlug Bad Hamms Spitzenspieler souverän