Bittere TTF-Niederlage in Grünwettersbach

ASV Grünwettersbach – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:1

Bittere TTF-Niederlage in Grünwettersbach

 

Das hätte eigentlich nicht passieren dürfen. Die wichtige Bundesliga-Partie der TTF Liebherr Ochsenhausen beim Tabellensiebten ging vor 350 Zuschauern im Grünwettersbacher Tischtennis-Zentrum mit 1:3 verloren. Erneut ein 1:3 – wie schon in der Vorsaison. Und erneut war der Japaner Masataka Morizono Grünwettersbachs Matchwinner.


Es war deutlich mehr drin, doch man nutzte seine Chancen einfach nicht. Tragische Figur war am Ende Hugo Calderano, der gegen Morizono mit 9:5 im Entscheidungssatz führte und dann keinen Punkt mehr machte. TTF-Präsident Kristijan Pejinovic stellte fest: „Wir waren heute einfach ziemlich schlecht.“
Die Oberschwaben reisten aber auch mit einem Handikap nach Baden, von fünf Spielern standen nämlich gerade drei zur Verfügung. Jakub Dyjas und Yuto Muramatsu waren zu Hause geblieben und hüteten mit einer Grippe das Bett.


Zunächst sah man bei Simon Gauzys Comeback gegen Morizono, dass der Weltranglisten-Neunte noch ein gutes Stück von seiner Bestform entfernt ist. Drei Sätze war der 23-Jährige mit dem flinken Japaner auf Augenhöhe, doch im vierten Durchgang lief nichts mehr bei ihm zusammen. „Simon braucht jetzt wieder Einsätze, um zu alter Form zu kommen“, so Pejinovic. „Seine Bewegungen waren noch nicht rund, dennoch hatte er eine Siegchance gegen Morizono. Aber er hat Satzbälle im ersten und zweiten Satz vergeben, was sich am Ende gerächt hat.“


Hugo Calderano konnte den Rückstand postwendend ausgleichen. Gegen DTTB-Nationalspieler Ricardo Walther gab der 21-jährige Brasilianer keinen Satz ab. „Hugo hatte Walther gut im Griff“, so Kristijan Pejinovic. Zur Pause stand es 1:1.


Im Duell der Dreier standen sich Penholder-Spieler Qiu Dang und Joao Geraldo gegenüber. Nach verlorenem erstem Satz schien der Portugiese die Oberhand zu gewinnen und ging mit 2:1 in Führung, doch dann riss der Faden. Qiu setzte sich mit 3:2 Sätzen durch, was bereits eine kleine Vorentscheidung an diesem für die TTF gebrauchten Tag bedeutete. „Das war enttäuschend“, so Kristijan Pejinovic, „Joao verliert schon seit einem Jahr immer wieder solche Spiele, bei denen er phasenweise eigentlich gut aussieht, dann aber gegen Ende völlig die Kontrolle verliert.“ Der 22-Jährige wechselt nach der Saison zu Angers in die französische Pro-A-Liga. „Mal schauen, ob er da wieder in die Erfolgsspur kommt“, meint der TTF-Präsident. „Im Augenblick reicht es bei ihm aber einfach nicht.“


Noch war alles drin, Hugo Calderano hätte gegen Morizono sein Team im Spiel halten und Simon Gauzy das Entscheidungsmatch gegen Ricardo Walther ermöglichen können. Doch es kam anders. Auch Calderano konnte eine zwischenzeitliche 2:1-Satzführung nicht ins Ziel bringen. Er verlor die Durchgänge vier und fünf denkbar knapp, den letzten nach komfortabler Führung. Das Drama hatte seinen Lauf genommen. Pejinovic erkannte auch da gewisse Parallelen. „Das ist fast ein kleiner Fluch bei Hugo, dass er ganz wichtige Spiele oft nach klarer Führung noch knapp verliert“, so der TTF-Chef. „Nicht immer, aber eigentlich zu oft. Ob er sich dann zu sicher fühlt und etwas zurückschaltet, wir wissen es nicht.“


Eine Riesenchance in Sachen Play-offs wurde verpasst. Die TTF fielen auf den vierten Platz zurück, da alle Konkurrenten ausnahmslos ihre Spiele siegreich beendeten. Vor dem Fünften Bremen steht man lediglich aufgrund des besseren Spielverhältnisses. Die restlichen drei Partien müssen nun gewonnen werden. Den Auftakt sollte man bereits am kommenden Dienstag im Heimspiel gegen Aufsteiger TSV Bad Königshofen machen (19.30 Uhr). Pejinovic hofft, dass bis dahin wenigstens einer der beiden Grippe-Patienten wieder zur Verfügung steht.


Insgesamt sieht es noch ganz passabel aus. „Wir haben immer noch ein leichteres Restprogramm als die Konkurrenten und sind schon noch auf Kurs“, so Pejinovic. „Es sollte jetzt aber nichts mehr daneben gehen.“

 

Das Spiel im Überblick


Masataka Morizono – Simon Gauzy 3:1 (12:10, 12:10, 6:11, 11:2)
Ricardo Walther – Hugo Calderano 0:3 (7:11, 12:14, 9:11)
Dang Qiu – Joao Geraldo 3:2 (11:9, 5:11, 8:11, 11:5, 11:6)
Masataka Morizono – Hugo Calderano 3:2 (11:6, 8:11, 5:11, 11:9, 11:9)