Dmitrij Mazunov wird neuer Cheftrainer der TTF Liebherr Ochsenhausen

Pressekonferenz am 05.06.2018

Dmitrij Mazunov wird neuer Cheftrainer der TTF Liebherr Ochsenhausen

Bei den TTF Liebherr Ochsenhausen gibt es einen Wechsel auf der sportlichen Kommandobrücke, wie der deutsche Vizemeister am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt gab.


Dubravko Skoric, sieben Jahre erfolgreicher Cheftrainer des ambitionierten Bundesligisten aus Oberschwaben, übergibt den Staffelstab an Dmitrij Mazunov, bisher Trainer am Liebherr Masters College (LMC).


Dubravko Skoric wird Technical Director am LMC


Dies geschieht nicht etwa, weil der Verein unzufrieden mit dem 57-jährigen Kroaten wäre, sondern entspricht dessen ausdrücklichem Wunsch, nicht mehr so sehr im Rampenlicht zu stehen und nicht mehr ständig mit der Mannschaft auf Reisen zu sein.


Skoric, der noch vor zehn Tagen mit seinen Schützlingen im Finale um die Deutsche Meisterschaft stand, wird dem Verein in der Funktion eines Technical Directors weiter zur Verfügung stehen, junge Talente am LMC trainieren und ihnen den technischen Feinschliff geben. „Es ist wichtig, dass uns 'Dubo´ erhalten bleibt und weiterhin unserem Trainerteam angehört“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Wir wollen seinen tollen Erfahrungsschatz nicht missen und er hat Spaß daran, sein immenses Wissen in den Bereichen Technik und Taktik an junge Spieler weiterzugeben.“ Zudem sind die Übergänge fließend. „Da die Nachwuchsspieler bei uns ja vom LMC zu den TTF hochrücken, wenn sie gut genug geworden sind, ändert sich gar nicht so viel“, stellt Pejinovic fest. „Wir danken 'Dubo´ für seine tolle bisherige Arbeit, die ja zum Glück gar nicht beendet ist.“


Dmitrij Mazunov lebt und liebt die TTF-Philosophie


Sein 47-jähriger Nachfolger auf dem Cheftrainer-Posten, Dmitrij Mazunov, war in Ochsenhausen schon als Spieler ein Idol und Publikumsliebling. Der russische Nationalspieler war 1991 WM-Bronzemedaillengewinner und 2003 Vize-Europameister, jeweils im Doppel.


Mazunov – allgemein „Dima“ genannt (augenzwinkernd: „Ich war als „Dima“ zuerst da, erst dann kam Ovtcharov“) – spielte von 1992 bis 2007 in der Bundesliga. Insgesamt neun Jahre schlug er für die Oberschwaben auf. Seine erste (1992-94) und letzte Station im Oberhaus (2003-07) war Ochsenhausen – und zwischendrin, nach zwei Jahren in Gönnern, trug er auch von 1996-99 das TTF-Dress. Und seine Zeit als Spieler war ungemein erfolgreich. An fünf von insgesamt acht Titeln der Vereinsgeschichte war Mazunov beteiligt, nämlich an zwei Deutschen Meisterschaften, zwei nationalen Pokalsiegen und einem Erfolg im Europapokal. Und er hat es nicht verlernt. Aktuell ist er noch für den TTC Wöschbach in der 3. Bundesliga aktiv.


„Dima“ hat Ochsenhausen in dieser Zeit kennen und lieben gelernt. Nach seiner Zeit bei den TTF war er noch zwei Jahre in Russlands 1. Liga aktiv, bevor er für drei Jahre als Trainer nach Katar ging. 2012 zog es ihn vom Persischen Golf nach Oberschwaben zurück. Seitdem gehört er dem Ochsenhausener Trainerstab an und war die ganze Zeit schwerpunktmäßig am Liebherr Masters College tätig, das ja ohnehin mit der Bundesligamannschaft eng kooperiert.


„Ich bin sehr stolz, nun in Ochsenhausen Cheftrainer zu werden“, so Mazunov. „Die TTF sind ein großer, sehr bedeutender Verein in Deutschland, den man in Europa und der ganzen Welt kennt, auch wenn der letzte Titel 14 Jahre zurück liegt.“ Der neue Mann auf der Kommandobrücke denkt gerne an seine eigene große Zeit in Ochsenhausen zurück: „Ich habe hier lange gespielt und große Erfolge gefeiert, nun kann ich etwas zurückgeben und ich werde meine ganze Kraft und mein Wissen einsetzen, um mit dem Verein erfolgreich zu sein.“


Auf die Frage, was er dem Team denn zutraue, antwortet Mazunov: „Die Mannschaft ist stark genug, um auch weiterhin um Titel zu spielen und auch Titel zu gewinnen. Wichtig ist natürlich, dass die Jungs in den entscheidenden Momenten fit sind.“ Die auf zwei Positionen veränderte Truppe hält er für „sogar noch einen kleinen Tick besser als letzte Saison. Mit Jang Woojin kommt ein sehr talentierter Asiate, der schon Jugendweltmeister war, und mit Stefan Fegerl ein erfahrener Spieler, der letzte Saison mit Düsseldorf drei Titel geholt hat und dementsprechend viel Selbstvertrauen mitbringt.“ Und dann wären da ja auch noch Hugo Calderano, Simon Gauzy und Jakub Dyjas. „Die Jungs, die bei uns geblieben sind, werden ja auch noch stärker und stärker und sind längst nicht am Ende ihrer Entwicklung“, sagt ihr neuer Cheftrainer.


„'Dima´ hat fünf von acht Titeln für die TTF geholt, er lebt und liebt die TTF-Philosophie und brennt auf seine neue Aufgabe. Es geht damit ein Traum für ihn in Erfüllung“, so Kristijan Pejinovic. „Ich wünsche ihm ein gutes Händchen bei seinen Entscheidungen, was bei einer so jungen Rasselbande ja nicht immer einfach ist, und bin überzeugt, dass er seine Aufgaben sehr gut meistern wird.“ Der Ochsenhausener Präsident präzisiert: „Als klar war, dass wir einen Nachfolger für 'Dubo´ brauchen würden, ist die Entscheidung sehr schnell gefallen. Wir sind im Trainerbereich prima aufgestellt und mussten deshalb niemanden von außen holen.“ Pejinovic fügt hinzu: „'Dima´ kann sich selbstverständlich als Trainer verwirklichen und seine eigene Handschrift einbringen, er soll und wird seinen eigenen Stil finden.“ Der neue Cheftrainer wurde zunächst für ein Jahr verpflichtet, jedoch planen die TTF langfristig mit ihm, wie Pejinovic unterstreicht.


Daniel Zwickl zieht es nach Ungarn zurück


Eine weitere Personalie wurde am Dienstag bekannt gegeben: Sportmanager Daniel Zwickl geht in seine ungarische Heimat zurück und verlässt den Verein zum 30.06. Dies erfolgt aus privaten Gründen, als junger Familienvater möchte der ehemalige Nationalspieler und Olympiateilnehmer einfach künftig mehr Zeit mit Frau und Kind verbringen und nicht mehr „24/7 mit dem Team unterwegs sein“ (Pejinovic). Zudem erhielt Zwickl in Budapest im Bereich Sportbusiness ein tolles Jobangebot, das er nicht ausschlagen konnte.


„Wir waren sehr, sehr zufrieden mit ihm“, sagt der TTF-Chef - und das ist auch genau so gemeint. „Wir sagen herzlich Danke für die herausragende Arbeit in sechs Jahren bei den TTF!“ Pejinovic stellt klar: „Daniel ist mit seinen Fähigkeiten, seinem Wissen und seinem direkten Draht zu den Spielern nicht zu ersetzen, deshalb werden wir den Posten des Sportmanagers bis auf Weiteres auch nicht wieder vergeben. Wir freuen uns, dass er künftig wenigstens eine kleine Tätigkeit für uns übernehmen wird und uns so nicht ganz verloren geht.“


TTF legen voraussichtlich Champions-League-Pause ein


Bekannt gegeben wurde schließlich, dass die TTF Liebherr Ochsenhausen in der Saison 2018/19 vermutlich nur auf zwei Hochzeiten tanzen und wohl nicht in der Champions League antreten werden. Die abschließende Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber es deutet vieles darauf hin.


Kristijan Pejinovic begründet dies ausführlich und plausibel. „Wir haben einen großen Einschnitt im sportlichen Bereich mit zahlreichen Veränderungen“, so Pejinovic. „Hinzu kommen die Veränderungen seitens des Weltverbandes, die für die Vereine und die Spieler teilweise nicht einfach zu meistern sind. Mindestens acht World-Tour-Turniere im Jahr, eigentlich mehr, müssen die Spieler inzwischen absolvieren, wenn sie nicht in der Weltrangliste hinten herunterfallen wollen. Das bedeutet eine immense Mehrbelastung für alle.“ Pejinovic gibt ein aktuelles Beispiel: „Eigentlich sollte die Saison nun fertig sein, aber die Spieler sind derzeit auf der World Tour in Asien gefordert, später kommen weitere Einsätze dazu, wie etwa die Profiliga in Indien, für die Simon Gauzy diesmal ein lukratives Angebot erhalten hat.“


Und man möchte die Spieler nicht verheizen. „In einem Jahr laufen die Verträge mit Simon und Hugo Calderano aus“, erklärt Pejinovic. „Die Verhandlungen laufen bereits und wir wollen den Spielern ein gewisses Maß an Entlastung und Freiräumen bieten, so dass ihnen auch noch Zeit für ein hochwertiges Training und ihre Weiterentwicklung bleibt.“


Dies lässt den TTF-Präsidenten zu dem Schluss kommen: „Jetzt nochmal ein Jahr der Konsolidierung einzulegen, hätte erhebliche Vorteile, zumal wir auch eine Menge interessanter Projekte in Ochsenhausen in Arbeit haben, die uns alle in Anspruch nehmen werden.“ An der großen Marschroute ändert das nichts. „Klar, wir wollen Titel, aber dann eben mal ein Jahr nur auf nationaler Ebene“, so Pejinovic. „Es ist ja durchaus möglich, dass wir 2019/20 wieder in allen Wettbewerben vertreten sein werden.“