Mit Leidenschaft und Beständigkeit in die Olympia-Saison

Mit Leidenschaft und Beständigkeit in die Olympia-Saison

Die TTF Liebherr Ochsenhausen, amtierender Deutscher Meister und Pokalsieger, hatten nach Ehingen zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz eingeladen – und zahlreiche Journalisten aus den Bereichen Print, TV und Radio waren erschienen. Schon das vorausgegangene Schautraining der TTF-Profis Jakub Dyjas und Vladimir Sidorenko fand viele Zuschauer und kam gut an.

 

Am Samstagabend beginnt die Bundesligasaison 2019/20 mit dem Knaller schlechthin, wenn die TTF in der Neuauflage des Liebherr TTBL-Finales vom Mai den mit einem Weltklasse-Chinesen verstärkten Vizemeister 1. FC Saarbrücken-TT empfangen (Samstag, 19 Uhr, Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums in Ehingen).

 

Schenkt man den Trainern der zwölf TTBL-Klubs – erstmals spielt die Liga in voller Sollstärke – Glauben, läuft diesmal wieder alles auf einen Dreikampf zwischen Saarbrücken, Düsseldorf und den TTF hinaus. Eine Herausforderung, der sich die Oberschwaben als erfolgreichster Verein der Vorsaison gerne stellen. Dabei setzt man sich indes nicht das ganz große Ziel der Titelverteidigung in beiden Wettbewerben sondern visiert zunächst einmal die „kleineren“ Ziele an. Gemeint ist das Erreichen der Play-off-Runde in der Meisterschaft und das Vordringen ins Liebherr Pokal-Finale in der Neu-Ulmer ratiopharm arena.

 

Ganz wichtig ist dem Management des Vereins, dass erneut eine urwüchsige Leidenschaft entfacht wird. Nicht von ungefähr wurde das Saisonmotto „OXcited – mit Leidenschaft am Ball“ gewählt. „Unser Claim soll ausdrücken, dass wir wieder mit viel Leidenschaft bei der Sache sein wollen“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Wir sind mit Leidenschaft zusammengewachsen, haben mit Leidenschaft zwei Titel geholt und wollen in der neuen Saison wieder diese außergewöhnliche Leidenschaft zeigen, die auch auf die Fans überspringen soll.“

 

Man bleibe aber auf dem Boden und erwarte nicht, dass die Mannschaft nun alles in Grund und Boden spiele. „Wir sind Realisten und wissen, dass Vereine wie Saarbrücken und Düsseldorf, mit denen wir letzte Saison in etwa gleichauf waren, kräftig nachgerüstet haben. Wir wissen, dass es gegen die Topmannschaften eine Tagesform-Geschichte ist. Auch von daher ist es sinnvoll, uns erst einmal etwas kleinere Ziele zu setzen. Werden diese erreicht, kann man immer noch schauen, was zusätzlich möglich ist.“

 

Zudem bedeute das Olympiajahr ohnehin eine reizvolle aber auch besonders schwierige Aufgabe. „Natürlich müssen wir akzeptieren, dass es in einem Sportlerleben nichts Schöneres gibt als bei Olympia zu starten, demensprechend werden sich die Spieler auch stark auf Tokio und die Qualifikation für das Mega-Event fokussieren“, erläutert Pejinovic. „Das wird auch an die Substanz gehen, so muss etwa ein Jakub Dyjas noch acht oder neun Turniere spielen, um sich überhaupt für die Spiele qualifizieren zu können. Es wird sicher eine schwierige Saison, aber das geht unseren wichtigsten Konkurrenten in der TTBL ja kaum anders.“
Pejinovic ergänzt, dass die TTF als ganzheitlicher Verein mit dem wichtigen Standbein Liebherr Masters College auch ein vitales Interesse daran haben, dass sich die Spieler weiterentwickeln, gerade in Hinblick auf Olympia. Somit müsse man in Kauf nehmen, dass manches schwieriger werden könnte als in der Vorsaison und dies durchaus auch unter einem positiven Aspekt betrachten.

„Gerade weil es eine schwierige, anstrengende Saison zu werden verspricht und wir Beständigkeit hineinbringen wollen, schien es uns sinnvoll, einen echten Fünfer-Kader zu stellen, nicht wie 2018/19, als Jang Woojin nur als Backup eingeplant war und ganz wenige Spiele bestritt“, betont der TTF-Präsident. „Mit Vladimir Sidorenko fiel die Wahl auf einen sehr jungen Spieler, dem wir es zutrauen, gut und schnell ins Team hineinzuwachsen. Er gehört fest dazu und soll seine Einsätze erhalten.“

Zum Schlagerspiel gegen Saarbrücken, das sich mit dem ehemaligen chinesischen Nationalspieler Shang Kun nochmals erheblich verstärkt hat, meint Pejinovic: „Saarbrücken ist natürlich ein Brocken – und das gleich zum Saisonauftakt. Eigentlich kommt ein derartiges Topspiel zu früh in der Saison, zumal viele noch in Urlaub sind und die Partie dann vermutlich nicht die große Kulisse haben dürfte, die sie eigentlich verdient.“ Den heftigen Saisonbeginn zu beklagen, führe ohnehin nicht weiter: „Wir nehmen es, wie es kommt. Es wird eine schwierige aber keine unlösbare Aufgabe. Wer oben mitspielen will, muss sich solchen Aufgaben zu jedem Zeitpunkt stellen und das Beste herausholen. Genau das werden wir tun und hoffen, am Samstag den Fans in Ehingen Spitzentischtennis und den ersten Saisonsieg bieten zu können.“