PAN AMERICAN GAMES: Hugo Calderano kann sich Olympiaticket sichern

PAN AMERICAN GAMES: Hugo Calderano kann sich Olympiaticket sichern

In Lima werden seit Sonntag die Tischtennis-Wettbewerbe der Pan American Games 2019 ausgetragen. Titelverteidiger ist Hugo Calderano, der bei den letzten Spielen vor vier Jahren in Toronto im Einzel und mit Brasiliens Nationalmannschaft erfolgreich war. 2019 könnte er sogar drei Titel holen, besonders wichtig ist aber der Einzelwettbewerb, da dessen Sieger sich direkt für Tokio qualifiziert.

 

Natürlich steht in der peruanischen Hauptstadt nicht nur Tischtennis auf dem Programm. Sportler aus 42 Nationen kämpfen dort in insgesamt 52 Disziplinen – von der Leichtathletik bis zum Boxen – seit dem 24. Juli um Titel und Medaillen.

 

Topfavorit Hugo Calderano

 

Im Tischtennis geht der Weltranglisten-Sechste Hugo Calderano, Spitzenspieler des Deutschen Meisters und Pokalsiegers TTF Liebherr Ochsenhausen, als hoher Favorit ins Turnier und nimmt die Spitzenposition auf der Setzliste ein. Wir wissen, dass der Brasilianer, der auch einen portugiesischen Pass besitzt, sich aber mit seinem Heimatland voll und ganz identifiziert, derartige Wettkämpfe besonders wichtig nimmt, da er es als Ehre empfindet, für Brasilien zu spielen. Dem Titelverteidiger, der im Februar in Puerto Rico auch den Pan American Cup gewann, geht es folglich in Lima nicht ausschließlich um Olympia. Dennoch ist das Ticket für Tokio 2020 natürlich Calderanos Primärziel in Peru.

 

Ihm folgt auf der Setzliste sein Landsmann Gustavo Tsuboi, der neuerdings für den TTC Neu-Ulm im deutschen Oberhaus aufschlägt. Calderano und Tsuboi kennen sich natürlich gut, wenn es darauf ankam, hat der Ochsenhauser aber so gut wie immer gewonnen. Nicht unterschätzen sollte man den Neu-Grenzauer Kanak Jha – der 19-jährige US-Amerikaner, immerhin bereits Nummer 33 der Welt, besitzt großes Potenzial und hat schon öfters höher eingeschätzten Gegnern schwer zugesetzt.

 

Nummer vier des Tableaus ist der Paraguayer Marcelo Aguirre, der gerade von Grenzau nach Bremen gewechselt ist. Ihm traut man allgemein allerdings kaum zu, Calderano vom Thron zu stoßen. Interessant ist, dass die ersten Vier der Setzliste allesamt in der deutschen Bundesliga spielen. Mit dem Ecuadorianer Alberto Mino, vom Zweitligisten Dortmund nach Bergneustadt gewechselt, ist ein weiterer TTBL-Akteur an sieben gesetzt.

 

Calderano Titelfavorit auch im Doppel und Teamwettbewerb


Gespielt wird von Anfang an im K.-o.-System, es beginnt am Montag mit dem Sechzehntelfinale im Einzel – am Auftakttag wurde ausschließlich Doppel und Mixed gespielt. Je 30 Spieler und Spielerinnen sind dabei. Maximal zwei je Nation spielen im Einzel, während in den Mannschaftswettbewerben Dreier-Teams am Start sind.

 

Gab es 2015 in Toronto – die Panamerican Games finden im Vier-Jahres-Turnus, jeweils im Jahr vor den Olympischen Sommerspielen statt – lediglich vier Wettbewerbe im Sortiment, sind es jetzt gleich sieben. Zum Herren- und Damen-Einzel sowie den beiden Mannschaftsturnieren gesellen sich nun auch noch die Doppel sowie das Mixed.

 

In letzterem ist Hugo Calderano nicht vertreten, wohl aber im Doppel gemeinsam mit Gustavo Tsuboi – das gut eingespielte Brasilien-Duo geht topgesetzt ins Turnier. Im Mannschaftswettbewerb, der vom 8. bis 10. August die Panamerikanischen Spiele abschließt, ist Titelverteidiger Brasilien turmhoher Favorit – neben Calderano und Tsuboi läuft hier noch der 25-jährige Eric Jouti (August-Weltrangliste Platz 64) auf, ein guter Bekannter der beiden aus der Ochsenhauser Trainingsgruppe. Auf den nachfolgenden Positionen der Setzliste finden wir, in dieser Reihenfolge, Chile, die USA, Argentinien und Paraguay.