Schwerer Rueckrunden-Auftakt in Gruenwettersbach

Schwerer Rueckrunden-Auftakt in Gruenwettersbach

Kaum Zeit zum Durchatmen. Nach dem 3:0-Erfolg in Fulda und der damit unter Dach und Fach gebrachten Herbstmeisterschaft geht es Schlag auf Schlag weiter in Europas Top-Liga. Zum Rückrunden-Auftakt müssen die TTF am Sonntag beim Tabellenzehnten ASV Grünwettersbach an den Tisch und erwarten ein schweres Spiel.


Wie bitte, der Ligaprimus gastiert beim Vorletzten, der 4:16 Punkte auf dem Konto hat, und das soll ein schweres Spiel werden? Jawohl, selten nämlich ist eine Mannschaft in der TTBL bisher so unter ihren Möglichkeiten geblieben und so oft unter Wert geschlagen worden wie der ASV in der ersten Halbserie. Vor der Runde hatten auch viele Ligakonkurrenten angenommen, der nach dem Weggang von Masataka Morizono auf zwei Positionen verstärkte ASV würde um die Play-off-Plätze mitspielen.


Was die Badener – Grünwettersbach ist ein Stadtteil von Karlsruhe – tatsächlich können, haben sie vor nicht einmal 14 Tagen eindrucksvoll bewiesen, als sie, angetrieben von 400 Fans, Titelverteidiger Borussia Düsseldorf im Pokal-Viertelfinale nach 0:2-Rückstand mit 3:2 ausschalteten und ins Final Four einzogen. Ricardo Walther bezwang Timo Boll und das Doppel Gnanasekaran/Qiu machte gegen Karlsson/Källberg die Sensation perfekt.


Ein ähnlicher Hexenkessel wird die TTF-Asse auch am Sonntag im Grünwettersbacher Tischtenniszentrum erwarten. Es würde den Gastgebern sehr gut gefallen, nach Düseldorf auch noch dem Bundesliga-Spitzenreiter einen Dämpfer zu verpassen und ausgerechnet gegen Ochsenhausen die geplante Rückrunden-Aufholjagd zu starten.


Schon im Hinspiel war es schwierig für die Schützlinge von Dmitrij Mazunov. Zwar wurde die Partie am 19. August in Ehingen gewonnen, doch musste man über die volle Distanz gehen, um die Punkte zu behalten. Der Gast führte nach Siegen von Qiu Dang gegen Simon Gauzy und Ricardo Walther gegen Stefan Fegerl zunächst mit 2:0, bevor die Oberschwaben nach der Pause die Gegenattacke einleiteten und durch Erfolge von Jakub Dyjas gegen Bojan Tokic und Gauzy gegen Walther (12:10 im 5. Satz!) zum Ausgleich kamen. Das Doppel Fegerl/Dyjas sicherte den TTF schließlich nach drei Stunden und 40 Minuten die beiden Punkte durch ein 3:2 über Tokic/Qiu – zusammen mit der Partie in Bremen war es der knappste von insgesamt neun Vorrunden-Siegen der TTF.


Erfolgreichster Spieler auf Seiten des Gegners war in der Vorrunde der 25-jährige Inder Sathiyan Gnanasekaran mit einer 6:4-Bilanz. „Sathi“, wie man ihn in Grünwettersbach nennt, ist zudem ein extrem guter Doppelspieler und harmoniert vorzüglich mit Qiu Dang. DTTB-Nationalspieler Ricrdo Walther ist die personifizierte Wundertüte – mal schießt er einen Giganten regelrecht aus der Halle, mal trifft er so gut wie nichts. Erwischt er einen guten Tag, wird es ganz schwer, gegen ihn zu punkten. Der erfahrene Slowene Bojan Tokic, der früher, zuletzt im Saarbrücker Dress, immer gut gegen die TTF ausgesehen hat, hatte eine recht bescheidene Vorrunde – doch bei ihm kann jederzeit der Knoten platzen, ebenso wie bei Penholderspieler Dang Qiu, dessen 1:6-Bilanz nicht annähernd sein Leistungsvermögen widerspiegelt.


Die Spieler aus Ochsenhausen sind gewarnt, besitzen aber genügend Selbstvertrauen, auch diese Aufgabe offensiv anzugehen und die Punkte entführen zu wollen. Allen ist bewusst, dass man dazu eine richtig gute Leistung abrufen muss. Mit einem schwierigen Spiel rechnet auch TTF-Sportkoordinator Masatoshi Kobayashi: „Es wird nicht leicht, in Grünwettersbach zu bestehen, das an einem guten Tag sogar Düsseldorf mit Boll schlagen kann, wie man im Pokal gesehen hat. Dennoch bin ich optimistisch, dass wir auch diese Aufgabe gut lösen werden.“

 

Die Mannschaften


ASV Grünwettersbach


Ricardo Walther GER, 26 Jahre, November-Weltrangliste Platz 42, TTBL-Bilanz 5:6

Bojan Tokic SVN, 37 Jahre, WRL 55, TTBL 3:7

Sathiyan Gnanasekaran IND, 25 Jahre, WRL 35, TTBL 6:4

Dang Qiu GER, 22 Jahre, WRL 131, TTBL 1:6

Doppel: Gnanasekaran/Qiu 1:1, Qiu/Tokic 0:1, Qiu/Walther 0:1

Cheftrainer: Rade Markovic SRB, 43 Jahre

 

TTF Liebherr Ochsenhausen

Simon Gauzy FRA, 24 Jahre, WRL 20, TTBL 8:5

Hugo Calderano BRA, 22 Jahre, WRL 9, TTBL 5:4

Jang Woojin KOR, 23 Jahre, WRL 21, TTBL: -:-

Stefan Fegerl AUT, 30 Jahre, WRL 67, TTBL 5:2

Jakub Dyjas POL, 23 Jahre, WRL 56, TTBL 7:1

Doppel: Fegerl/Dyjas 2:0, Calderano/Fegerl 1:0

Cheftrainer: Dmitrij Mazunov RUS, 47 Jahre