Spiele gegen Fulda sind nie einfache Spiele - TTF zum Vorrunden-Abschluss in der Rhoen

Spiele gegen Fulda sind nie einfache Spiele - TTF zum Vorrunden-Abschluss in der Rhoen

Der Ligaprimus muss zum Abschluss der Vorrunde in der Fremde eine richtig schwere Partie bestreiten. Es geht zum ehemaligen Angstgegner Fulda-Maberzell. Dessen ungeachtet wollen die Oberschwaben ihre tolle 16:2-Punkte-Bilanz auf 18:2 ausbauen und strotzen zurzeit vor Selbstbewusstsein. „Bei uns ist zurzeit der richtige Drive drin“, hatte sich Präsident Kristijan Pejinovic nach dem klaren Heimsieg gegen Bad Königshofen letzten Sonntag gefreut. Zudem stehen Cheftrainer Dmitrij Mazunov wieder alle Spieler zur Verfügung, auch der zuletzt leicht angeschlagene Hugo Calderano.


Es gab Zeiten - und die liegen noch nicht allzu lange zurück -, in denen sich die junge Asse der TTF Liebherr Ochsenhausen regelmäßig die Zähne an den Maberzeller Defensivkünstlern ausgebissen haben, besonders mit Ruwen Filus kam man lange nicht zurecht. Doch konnte man, auch durch die vielen Trainingseinheiten gegen Abwehr zu Zeiten eines Yuto Muramatsu, letzte Saison zu Beginn der Rückrunde den Schalter umlegen und hat den Rivalen aus der osthessischen Rhön seitdem nur noch geschlagen – insgesamt nun schon viermal in Folge, wenn man Meisterschaft und Pokal betrachtet.


In der laufenden Saison traf man bereits einmal aufeinander. In Ehingen duellierte man sich am 7. September im Pokal-Achtelfinale und die TTF, die eigentlich mit einer ganz engen Partie gerechnet hatten, landeten einen ungewöhnlich klaren Sieg. In eineinhalb Stunden wurde der Gast abgefertigt und mit 0:3 und 1:9 Sätzen nach Hause geschickt. Simon Gauzy ließ Ruwen Filus keine Chance, Hugo Calderano hatte Wang Xi bestens im Griff und Stefan Fegerl machte gegen Tomislav Pucar den Deckel drauf.


Es wäre ein fataler Fehler anzunehmen, es ginge genau so locker und flockig weiter. Erstens ist der Gegner ungemein heimstark und zweitens wird er alles hineinwerfen und um jeden Ball kämpfen, als ginge es um Leben oder Tod. Die Hessen sind zwar einer der Topklubs der TTBL, hatten bisher aber eine bescheidene Vorrunde und stehen mit derzeit 8:10 Punkten auf dem sechsten Platz und somit mit dem Rücken zur Wand. Sechs Punkte beträgt aktuell ihr Rückstand auf einen Play-off-Platz – das muss man erst einmal wettmachen.


Sie sind zum Siegen verdammt, weil sie bei einer weiteren Niederlage den Anschluss an die Play-off-Ränge bei realistischer Betrachtung nicht mehr finden würden. Dann wäre die Saison – bezieht man das frühe Pokal-Aus mit ein – frühzeitig gelaufen und man hätte in der Rückrunde nur noch Freundschaftsspiele. Und genau dagegen werden sich Filus, Wang und Pucar am Sonntag aufbäumen und den TTF-Profis vermutlich das Leben richtig schwer machen. Zudem brennen Fuldas Asse auf Revanche für die Pokal-Schlappe. Und schließlich wollen sie ihren Fans einen versöhnlichen Vorrunden-Abschluss bieten, nachdem sie im letzten Heimspiel gegen Bergneustadt nicht überzeugen konnten und eine bittere 1:3-Niederlage hinnehmen mussten. Motiviert werden sie also bis Unterkante Oberlippe sein.


Natürlich lastet auf den TTF weit weniger Druck, da sie selbst im Fall einer Niederlage noch sechs Punkte vor Filus und Co. lägen und allenfalls vorübergehend die Tabellenführung verlieren könnten. Dennoch wissen alle, dass ihnen in Fulda ein heißer Tanz bevorsteht.


Mit den beiden Defensiv-Könnern Ruwen Filus und Wang Xi verfügt der Gastgeber über zwei gestandene Bundesligaspieler, die in den letzten Jahre immer sehr gute Ergebnisse erzielt haben. Und mit dem baumlangen Kroaten Tomislav Pucar hat man eine gute Nummer drei mit Perspektive nach oben als Ersatz für Jonathan Groth gefunden. Trainersohn Fan Bo Meng, Jugendnationalspieler und amtierender Hessenmeister, der etatmäßig in der Zweitligatruppe des Vereins aufschlägt, steht bereit, wenn einer der Top 3 ausfallen sollte. Der 18-jährige Linkshänder soll ohnehin in ein, zwei Jahren fest ins TTBL-Team hochrücken.


Sollte es zum Doppel kommen, hätten die TTF vermutlich gute Karten, da man über zwei starke Doppel-Formationen verfügt, während Fulda-Maberzell bisher noch kein Doppel gewinnen konnte.


Dmitrij Mazunov hat den Gegner über Jahre genau verfolgt und weiß, dass kein Sonntagsspaziergang auf die TTF zukommt. „Fulda war lange so etwas wie unser Angstgegner, aber wir konnten Sie zuletzt vier Mal in Folge schlagen, wovon drei Spiele auch K.o.-Spiele waren“, so der Ochsenhausener Cheftrainer. „Das gibt uns natürlich Selbstvertrauen. Aber wir gehen trotzdem mit Respekt in dieses Spiel. Spiele gegen Fulda sind nie einfache Spiele.“

 

Die Mannschaften

 

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell

Wang Xi GER, 34 Jahre, Weltrangliste Platz ---, TTBL-Bilanz 6:5

Ruwen Filus GER, 30 Jahre, WRL 27, TTBL 7:4

Tomislav Pucar HRV, 22 Jahre, WRL 71, TTBL 5:4

Fan Bo Meng GER, 18 Jahre, WRL ---, TTBL ---

Doppel: Filus/Pucar 0:1, Fan Bo Meng/Pucar 0:1

Cheftrainer: Qing Yu Meng GER, 44 Jahre

 

TTF Liebherr Ochsenhausen

Simon Gauzy FRA, 24 Jahre, WRL 20, TTBL 7:5

Hugo Calderano BRA, 22 Jahre, WRL 9, TTBL 5:4

Jang Woojin KOR, 23 Jahre, WRL 21, TTBL: -:-

Stefan Fegerl AUT, 30 Jahre, WRL 67, TTBL 4:2

Jakub Dyjas POL, 23 Jahre, WRL 56, TTBL 6:1

Doppel: Fegerl/Dyjas 2:0, Calderano/Fegerl 1:0

Cheftrainer: Dmitrij Mazunov RUS, 47 Jahre