TTF gewinnen auch in Bremen

SV Werder Bremen – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3

TTF gewinnen auch in Bremen

Vierter Bundesligasieg in Folge für die TTF Liebherr Ochsenhausen, die erstmals in dieser Saison eine Topmannschaft, die um die Play-off-Plätze spielt, in die Schranken weisen konnten. Rechnet man das Pokal-Achtelfinale hinzu, war es sogar der fünfte Erfolg ohne Unterbrechung für den amtierenden Meister und Pokalsieger, der in Bremen eine sehr gute Leistung bot.

 

Mit nunmehr 8:4 Punkten hat man sich in die erweiterte Spitzengruppe gespielt, wobei sich schon jetzt der Eindruck verdichtet, dass sich sieben Teams um die vier Play-off-Plätze streiten werden. Die TTF gehören dazu.

 

Keine 140 Minuten benötigten Hugo Calderano und Kollegen, um sich beim SV Werder die Punkte zu schnappen. Matchwinner war ohne Frage der Weltranglisten-Sechste Calderano, der beide Matches gewann und gegen Vizeweltmeister Mattias Falck ein wahres Feuerwerk an schnellen, platzierten Angriffsschlägen abbrannte. Falck blieb komplett chancenlos. Das Schlüsselspiel war aber ein anderes. Simon Gauzys 3:2-Sieg über Kirill Gerassimenko war der Türöffner zum Erfolg.

 

Zum Auftakt hatte Falck Stefan Fegerl bezwungen. Fegerl hatte zwar den ersten Satz für sich verbucht, konnte dann aber keine Akzente mehr setzen. Umso wichtiger war der Ausgleich durch Calderano gegen den Paraguayer Marcelo Aguirre, der zwar alle drei Sätze relativ knapp gestalten konnte und dennoch keine echte Chance besaß. „Hugo machte eben die Punkte, wenn er sie brauchte, und schonte dabei noch Kräfte für das zweite Match gegen Falck“, so die Bewertung durch den TTF-Präsidenten Kristijan Pejinovic.

 

Simon Gauzy, der bei der Swedish Open vorzügliche Auftritte hatte, schien den ganzen Schwung von Stockholm mitgenommen zu haben. Jedenfalls machte sein Gegner Kirill Gerassimenko in den ersten beiden Sätzen keinen Stich. Doch dann schien sich das Blatt zu wenden, Gerassimenko holte sich die nächsten beiden Sätze und manche dachten nun, dass Gauzy, der auch noch an einer leichten Erkältung laborierte, die Luft ausgehen würde – doch es kam anders. Im Entscheidungssatz war der Ochsenhauser wieder hellwach und schnappte sich diesen mit 11:6 recht deutlich. Pejinovic: „Mit Blick auf die German Open und weil er gesundheitlich nicht voll auf der Höhe war, sollte Simon nur ein Spiel machen. Unsere Taktik ist aufgegangen, er hat das wichtige Match nach fast zu gutem Beginn und einem kleinen Zwischentief umgebogen und den wichtigen zweiten Punkt für uns geholt.“

 

Der Weg war frei für Hugo Calderanos Gala gegen Mattias Falck. Und was der Brasilianer da spielte, bezeichnete nicht nur Pejinovic als Weltklasse. „Hugo spielte in überragender Form“, freute sich auch TTF-Cheftrainer Dmitrij Mazunov. „Ich weiß ja, mit welchem Tempo er spielen kann, dennoch habe ich selten so viele Power-Bälle von ihm wie gegen Falck gesehen. Das war toll und begeisternd. Ich wünsche ihm, dass er diese Form auch bei den German Open halten kann.“ Mazunov weiter: „Simons Sieg gegen Gerassimenko war vorentscheidend. Als es eng wurde, hat Simon kühlen Kopf bewahrt und die Taktik ein kleines bisschen geändert, schon lief es wieder und er konnte diesen für uns so wichtigen Punkt machen, der natürlich auch psychologisch günstig für Hugo und dessen Match gegen Falck war.“

 

„Das waren wichtige Punkte gegen einen Play-off-Kandidaten“, so das Fazit von Kristijan Pejinovic. „Dennoch ist es eine besondere, schwierige Saison schon wegen der Fokussierung der Spieler auf Olympia. Die Stimmung in der Mannschaft ist auf jeden Fall nach den letzten Erfolgen sehr positiv und es ist ein Schwung da, den wir so lange wie möglich mitnehmen wollen.“

 

Die Spieler sowie der Trainer und der Präsident bleiben gleich in der Hansestadt, wo am Dienstag bekanntlich bereits die hochkarätig besetzten German Open beginnen.

 

Das Spiel im Überblick
Mattias Falck – Stefan Fegerl 3:1 (7:11, 11:2, 11:7, 11:7)
Marcelo Aguirre – Hugo Calderano 0:3 (8:11, 10:12, 9:11)
Kirill Gerassimenko – Simon Gauzy 2:3 (2:11, 5:11, 11:9, 11:8, 6:11)
Mattias Falck – Hugo Calderano 0:3 (6:11, 5:11, 6:11)