TTF haben mit Grenzau noch eine Rechnung offen

Sonntag, 15 Uhr: TTC Zugbrücke Grenzau – TTF Liebherr Ochsenhausen

TTF haben mit Grenzau noch eine Rechnung offen

Natürlich liegt der Fokus der gesamten Tischtennisszene auf dem Champions-League-Kracher gegen Düsseldorf am Freitag, doch was zwei Tage später im verträumten Westerwald folgt, ist für die TTF Liebherr Ochsenhausen nicht minder wichtig. Es ist das vorletzte Spiel der regulären Punktrunde – und ein richtungsweisendes dazu. Wenn die jungen TTF-Profis am Sonntag beim Tabellenschlusslicht Grenzau antreten, geht es darum, einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Play-offs zu machen.


Man ist Tabellenvierter und darf gegen keinen der verbleibenden beiden Gegner – am 29.03. folgt noch das Heimspiel gegen Bergneustadt – etwas anbrennen lassen, um das große Ziel nicht zu gefährden. Zwei Siege noch und man steht im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft.


Grenzau – da war doch was? In der Tat. Der Traditionsklub aus dem Brexbachtal, bei dem in dieser Saison so vieles schief lief bis hin zur Trennung von Spitzenspieler Kou Lei während der Runde, hat ausgerechnet den TTF in der Vorrunde eine bittere Heimniederlage beigebracht. Vier Punkte hat Grenzau lediglich auf dem Konto, die Hälfte davon gegen Ochsenhausen erspielt an jenem 26.11.2017, der wahrlich kein guter Tag für die Oberschwaben war. Dabei spielte man nicht einmal wirklich schlecht - natürlich auch nicht gut genug, um dem Außenseiter von Anfang an die Grenzen aufzuzeigen -, während Grenzau einfach ein fantastisches Spiel machte und die mit großem Abstand beste Saisonleistung zeigte. Der später in Ungnade gefallene Kou Lei besiegte Jakub Dyjas und am Ende auch noch Simon Gauzy, während Kirill Gerasimenko immerjhin noch Dyjas distanzieren konnte und fast auch noch Gauzy geschlagen hätte. Neben diesem konnte nur noch Hugo Calderano (3:1 gegen Constantin Cioti) für die TTF punkten.


Das riecht nach Revanche – und entsprechend heiß werden Dubravko Skorics junge Wilde am Sonntag auch in die Box gehen, auch wenn gegen Düsseldorf vermutlich einiges an Kraft, körperlich wie nervlich, auf der Strecke bleiben wird. Dennoch sind sie Profis genug, binnen knapp zwei Tagen die Akkus wieder aufzuladen.


Mit halber Kraft kann man nämlich auch in Grenzau nicht bestehen, gerade jenem Grenzau, das mit dem jungen Kasachen Kirill Gerassimenko einen Spitzenspieler mit Perspektive hat, dem die TTF-Akteure offenbar gut liegen. Inzwischen bereits auf Platz 34 der Weltrangliste vorgestoßen, hat der 21-Jährige in der Bundesliga sein Potenzial noch nicht regelmäßig abrufen können. Seine gegenwärtige Bilanz von 5:16 ist nicht das, was er wirklich leisten kann.


Zudem verfügt Grenzau mit dem früheren Ochsenhausener Constantin Cioti über einen ausgebufften Routinier, den man nie unterschätzen darf, auch wenn er in dieser Saison oft enttäuschte. Und mit Dirk Wagner, früher unter anderem mit Borussia Düsseldorf sehr erfolgreich, haben die Westerwälder einen Trainerfuchs auf der Kommandobrücke, der immer irgendeine taktische Variante auf Lager hat, mit der der Gegner erst zurechtkommen muss. Natürlich kann auch Wagner nicht zaubern und muss mit dem durch Kous Entlassung dezimierten Kader klarkommen – so spielt in der Rückrunde der Ex-Maberzeller Jörg Schlichter fest in seinem Team, der sein Bestes gibt, aber kein TTBL-Format mehr hat. Kommende Saison hat der Grenzauer Cheftrainer eine stärkere Truppe beisammen – nur Gerassimenko bleibt vom gegenwärtigen Trio –, doch momentan muss er eben mit den Spielern arbeiten, die da sind.


Und da hat sein Gegenüber Dubravko Skoric eben eine andere Qualität zur Verfügung, wenngleich seine jungen Asse mit viel mehr Druck als der Gegner klarkommen müssen, für den es um gar nichts mehr geht. Zuletzt zeigten sich besonders Hugo Calderano und auch Jakub Dyjas in bestechender Form. Wenn die TTF-Spieler in der Zugbrückenhalle vom ersten Ballwechsel an Gas geben und der Fokus stimmt, gelingt am Sontag die Revanche für das in den Sand gesetzte Hinspiel, gleichbedeutend mit einem Riesenschritt auf die Play-offs zu.

 

Die Mannschaften


TTC Zugbrücke Grenzau


Kirill Gerassimenko KAZ, 21 Jahre, Weltrangliste Platz 34, TTBL-Bilanz 5:16
Constantin Cioti ROU, 34 Jahre, WRL --, TTBL 3:13
Jörg Schlichter, 34 Jahre, WRL --, TTBL 0:9
Durchschnittsalter der Mannschaft: 29,6 Jahre
Cheftrainer: Dirk Wagner GER, 46 Jahre

 

TTF Liebherr Ochsenhausen


Simon Gauzy FRA, 23 Jahre, WRL 8, TTBL 9:5
Hugo Calderano BRA, 21 Jahre, WRL 15, TTBL 14:7
Yuto Muramatsu JPN, 21 Jahre, WRL 87, TTBL 5:4
Jakub Dyjas POL, 22 Jahre, WRL 77, TTBL 8:5
Joao Geraldo POR, 22 Jahre, WRL 75, TTBL 1:4
Durchschnittsalter der Mannschaft: 21,8 Jahre
Cheftrainer: Dubravko Skoric HRV, 56 Jahre