TTF starten mit Niederlage in die neue Saison

TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbruecken TT 0:3

TTF starten mit Niederlage in die neue Saison

TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT 0:3

 

Kein Auftakt nach Maß in der Tischtennis Bundesliga für Titelverteidiger TTF Liebherr Ochsenhausen. Gegen den Mitfavoriten 1. FC Saarbrücken TT mussten die Oberschwaben vor 420 Fans in Ehingen eine 0:3-Heimniederlge quittieren. Das klingt drastischer als es war. Beide Teams schenkten sich bei der Neuauflage des Meisterschaftsfinales vor einem knappen Vierteljahr in Frankfurt zweidreiviertel Stunden nichts, doch die Saarländer hatten einen optimalen Start in die Partie und waren diesmal jenen kleinen aber entscheidenden Tick besser, den es braucht, um solche Spiele zu gewinnen. „Es waren Nuancen, die gegen einen Titelaspiranten heute den Ausschlag gegeben haben“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Saarbrücken hatte heute das nötige Quäntchen mehr Glück als wir, hat das aber auch richtig gut gemacht und somit verdient gewonnen. Glückwunsch!“

 

Überraschend hatte Saarbrücken den Slowenen Darko Jorgic draußen gelassen und dafür den Tschechen Tomas Polansky an Position zwei aufgestellt, der letzte Saison bei der Punktspielniederlage der TTF in Saarbrücken bereits Simon Gauzy geschlagen hatte. Ochsenhausen scheint Polansky besonders zu liegen, denn diesmal knöpfte er Hugo Calderano den Punkt ab. In einem offenen Match, in dem der Brasilianer noch ein ganzes Stück von seiner Bestform entfernt blieb, gingen die ersten beiden Sätze sehr knapp an Polansky. Calderano kämpfte sich zurück und egalisierte durch zwei ebenso knappe Satzgewinne. Im fünften Durchgang hatte dann aber der Saarbrücker das bessere Ende auf seiner Seite und setzte für sein Team die erste Duftmarke.

„Hugo hatte es selbst in der Hand, die ersten beiden Sätze hätte er auch gewinnen können. Das Niveau hat heute bei ihm noch nicht ganz gepasst, wobei Polansky aber stark gespielt und sich deutlich verbessert hat“, analysierte Pejinovic. „Hugos Gegner war heute außergewöhnlich gut im Rückschlagspiel und im Kurz-Kurz-Spiel.“

 

Das wäre kein Beinbruch gewesen, wenn anschließend Simon Gauzy, wie beim TTBL-Finale in Frankfurt, den Weltranglisten-15. Patrick Franziska geschlagen hätte. Doch auch dieses Match ging – nach zwischenzeitlicher 2:1-Satzführung des Ochsenhausers – an den Gegner. „Beide haben heute nicht so stark gespielt wie beim Finale, was man auch zu diesem frühen Zeitpunkt nicht erwarten konnte“, war Kristijan Pejinovic überzeugt. „Das Match war sehr vom Kampf geprägt und am Ende hatte eben Franziska das entscheidende Quäntchen mehr Glück.“

 

Das 0:2 zur Pause gegen einen derart starken Gegner war schon eine heftige Hypothek. Nun lastete der Druck auf den Schultern Stefan Fegerls, dessen Sieg gegen den spektakulären chinesischen Gäste-Neuzugang Shang Kun zwingend erforderlich war, um sein Team im Spiel zu halten. Fegerl gewann den ersten Satz, musste dann aber den Ausgleich sowie die 2:1-Führung des asiatischen Linkshänders hinnehmen. Mit gutem Kampfgeist hielt der Österreicher dagegen und war im vierten Durchgang absolut auf Augenhöhe, musste aber am Ende ein 10:12 hinnehmen, wobei Shangs Siegpunkt durch einen Kantenball zustande kam. Damit war die erste Saisonniederlage der TTF besiegelt.

„Auch Stefan hatte seine Chancen, Shang Kun war etwas nervös und wäre mit etwas mehr Glück durchaus zu packen gewesen“, meinte TTF-Präsident Pejinovic. „Aber Stefan hatte sicher auch den großen Namen im Hinterkopf, zudem war es natürlich besonders schwierig, bei einem 0:2-Rückstand der Mannschaft dieses Spiel zu gewinnen.“

 

Insgesamt sieht Pejinovic die Auftakt-Niederlage nicht als so tragisch an: „Heute hat uns einfach ein bisschen was gefehlt, jedoch der Kampfgeist und der Wille waren klar erkennbar. Wir sind nach den beiden Titeln in der letzten Saison keineswegs satt und selbstzufrieden und werden im nächsten Spiel wieder richtig angreifen.“

 

Mit der Kulisse und der Stimmung war Pejinovic einverstanden: „420 Zuschauer an einem für uns ungewohnten Samstagabend zur Ferienzeit waren ein guter Besuch. Natürlich wären es später in der Saison und sonntags deutlich mehr geworden, für heute war es aber absolut in Ordnung und die Stimmung war gut – an den Fans hat es definitiv nicht gelegen.“

 

In acht Tagen (25.08., 15 Uhr) müssen die TTF beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ran und wollen dort die ersten beiden Punkte der jungen Saison einfahren.

 

Das Spiel im Überblick
Hugo Calderano – Tomas Polansky 2:3 (10:12, 9:11, 12:10, 11:9, 8:11)
Simon Gauzy – Patrick Franziska 2:3 (9:11, 11:6, 11:9, 6:11, 8:11)
Stefan Fegerl – Shang Kun 1:3 (11:8, 8:11, 7:11, 10:12)