Wir wollen einen Titel, egal welchen!

Spannung und Vorfreude bei den TTF vor dem Saisonstart

Wir wollen einen Titel, egal welchen!

Am Mittwoch stand in der Ehinger Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums, der neuen Heimspielstätte der TTF Liebherr Ochsenhausen, die Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des ambitionierten Bundesligisten an. Das Podium war gut besetzt. Die TTF-Profis Stefan Fegerl, Simon Gauzy und Jakub Dyjas – Hugo Calderano musste kurzfristig wegen eines Arzttermins bei Dr. Müller-Wohlfahrt absagen –, Cheftrainer Dmitrij Mazunov und Präsident Kristijan Pejijnovic sowie Nico Drmota, Team-Manager des Basketball-Zweitligisten Team Ehingen Urspring, standen den nach Ehingen gereisten Journalisten aus den Bereichen Printmedien, TV und Radio Rede und Antwort.


Neue Heimspielstätte für die Saison 2018/19


Passend zur Lokalität der PK wurden nochmals die Hintergründe des durch einen Wasserschaden in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle nötig gewordenen Hallenwechsels erläutert. Kristijan Pejinovic danke der Sportstadt Ehingen, ihrem Oberbürgermeister Baumann sowie den Verantwortlichen des Teams Ehingen Urspring für die spontane Hilfsbereitschaft und die vorbildliche Unterstützung sowie die unbürokratische und professionelle Umsetzung des Vorhabens.


Seit Montag steht die Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums für den Saisonauftakt am kommenden Sonntag gegen den ASV Grünwettersbach bereit. Alles ist präpariert und angerichtet für ein tolles Bundesligaspiel. Seit heute trainieren die TTF-Asse auch bereits in der Halle, deren für das Spiel separierter Bereich gut 750 Zuschauer fasst – bei Topspielen kann die Kapazität auf circa 1.000 Plätze erweitert werden. Man darf mit einer eindrucksvollen Arena-Atmosphäre rechnen.


Kooperation mit Team Ehingen Urspring


Die von Anfang an angestrebte Kooperation mit dem Basketball-Zweitligisten Team Ehingen Urspring ist inzwischen so gut wie spruchreif. Man wirft sich gegenwärtig die Bälle zu, etwa bei der Bewerbung der Heimspiele. Angestrebt werden ferner ermäßigte Eintrittspreise bei Doppelspieltagen für Tischtennis und Basketball, auch sind Ermäßigungen für Dauerkarteninhaber bei den Partien des jeweils anderen Klubs angedacht.


Das bereits rund zwei Jahrzehnte bestehende Team Ehingen Urspring, das im Schnitt circa 700 bis 800 Fans zu seinen Heimspielen begrüßt, bei besonders wichtigen Matches sogar über 1.000, ist ein attraktiver Kooperationspartner für Ochsenhausen. „Beide Seiten werden voneinander profitieren“, ist Kristijan Pejinovic ebenso überzeugt wie Nico Drmota.


Für die TTF und das Liebherr Masters College (LMC) ist zum Beispiel auch das Ehinger Modell interessant, bei dem die jungen Talente des Vereins – Talentförderung ist nicht nur das Markenzeichen des LMC sondern auch von Ehingen Urspring – in einer angeschlossenen Privatschule ihre Abschlüsse bis zum Abitur erwerben können. Es wird angestrebt, dieses Konzept auch den Ochsenhausener Tischtennis-Nachwuchs-Assen zugänglich zu machen, was neue Perspektiven bei der Auswahl der Talente eröffnen würde. Die Urspringschule in Schelklingen hat bereits ihr grundsätzliches Einverständnis erklärt.


Neues Logo, neuer Claim


Das neue Vereinslogo mit dem kraftstrotzenden Stier sowie der neue Claim „Stark. Bereit. OX“ wurden nochmals präsentiert. Auch wenn ein Titelgewinn diesmal nicht explizit im Saison-Motto erscheint, wird dieser eindeutiger denn je angestrebt. Von einem nationalen Titel ist die Rede, da die TTF aus verschiedenen Gründen – unter anderem die Mehrbelastung der international ohnehin bereits bis zur Schmerzgrenze geforderten Spieler und die Findung des neuen Teams mit neuem Trainer – in der Saison 2018/19 auf die Teilnahme an der Champions League verzichten. „Wir wollen einen Titel, egal welchen, und haben das Potenzial dazu“, lässt TTF-Chef Pejinovic keinen Zweifel, worauf der Fokus des Vizemeisters liegt.


Team- und Trainer stellen sich vor


Der neue Chef auf der sportlichen Kommandobrücke ist Dmitrij „Dima“ Mazunov. Der frühere russische Nationalspieler, der mit Ochsenhausen fünf Titel als Aktiver geholt hat, möchte genau dort nun als Trainer anknüpfen. „Natürlich will ich da weitermachen, wo ich mit den TTF als Spieler aufgehört habe“, so Mazunov „Es gibt nichts Schöneres als Titel zu gewinnen und unser Team hat das Potenzial dazu.“ Doch die Konkurrenz ist stark. „Auf dem Papier sind wir gemeinsam mit Düsseldorf in der Favoritenrolle, doch es gibt viele gefährliche Teams in der Bundesliga, vor denen man auf der Hut sein muss und gegen die die Tagesform und nicht die Weltranglistenpositionen über Sieg oder Niederlage entscheidet“, stellt der neue Chefcoach fest. Mazunov hat übrigens bereits eine Doppelformation seines Vertrauens gefunden – in der TTBL wird ab dieser Saison ein abschließendes Doppel die Entscheidung bringen, wenn es nach vier Einzeln 2:2 steht.


Der von Triple-Gewinner Düsseldorf nach Oberschwaben gekommene Neuzugang Stefan Fegerl, der seit Dienstag in Ochsenhausen weilt und durchaus am Sonntag zum Einsatz kommen könnte, ist ebenfalls gierig auf einen Titel. „Ich möchte da weitermachen, wo ich letzte Saison aufgehört habe“, so Fegerl. „Wenn man das Gefühl kennt, Titel zu holen, möchte man nicht mehr damit aufhören.“ Der schlaksige Österreicher möchte seine Erfahrung einbringen und den TTF als Teamplayer zum Erfolg verhelfen: „Wichtig ist, was der Mannschaft nützt.“


Bis auf eine kleine Blessur von Hugo Calderano, die ärztlich derzeit genauer gecheckt wird, sind alle Spieler fit und inzwischen auch gut erholt – Simon Gauzy hat ein an die Australian Open angeschlossener Urlaub in Down Under die überfällige Erholungspause verschafft. Jang Woojin ist nach wie vor als Backup vorgesehen. Der Südkoreaner wird erstmals im September in Ochsenhausen erwartet. Dann wird man weitersehen, wann und wie oft er zur Verfügung steht.

Kein Selbstläufer: Saisonstart gegen Grünwettersbach


Die Auftaktpartie am Sonntag gegen den ASV Grünwettersbach – wir werden dazu noch einen separaten Vorbericht publizieren – wird alles andere als ein Selbstläufer, darüber sind sich in Ochsenhausen alle einig. Zwar haben die Karlsruher Vorstädter ihren bärenstarken Japaner Masataka Morizono verloren, doch konnten sie das mit der Verpflichtung des vormaligen Saarbrücker Bojan Tokic und des Inders Sathiyan Gnanasekaran, der auf Weltranglistenplatz 39 steht und zudem als vorzüglicher Doppelspieler gilt, mehr als kompensieren.


„Der ASV ist stark besetzt, gerade Tokic, der immer heiß auf Siege ist, hat uns in all den Jahren oft genug geärgert“, warnt Kristijan Pejinovic, den ersten Punktspielgegner zu unterschätzen. „Solche Auftaktpartien sind eigentlich immer 50:50-Spiele und für beide Teams schwierig, dennoch wollen wir natürlich unbedingt gewinnen und hoffen auf einen erfolgreichen Start in die Saison 2018/19.“