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„Auch bei uns gab es Rückschläge, bis der erste Erfolg kam“ - Interview mit Adrian Crisan

Adrian Crisan ist in Ochsenhausen noch immer ein bekanntes Gesicht. Der 37-jährige Tischtennisprofi, Deutscher Meister mit den TTF Liebherr Ochsenhausen 2004 und später nochmals mit dem SV Werder Bremen (2013), hat immerhin zehn volle Jahre in Ochsenhausen gespielt, bevor er ab 2010 weitere fünf Jahre an der Weser verbrachte. Seit 2015 schlägt der achtmalige rumänische Einzel-Meister für den französischen Topklub Stella Sport La Romagne auf, Gruppengegner der TTF in der Champions League. Crisan hat zwei Wochen gemeinsam mit den TTF-Assen in Ochsenhausen trainiert. Wir haben die Gelegenheit genutzt und ein Gespräch mit ihm geführt.

 

Hast Du Dich in Ochsenhausen auf ein besonderes Event vorbereitet oder war es mehr eine allgemeine Vorbereitung auf die Saison?

 

„Ich habe die Zeit hier genutzt, um mich für die Czech Open gut vorzubereiten, aber natürlich auch um eine gute Grundlage für die anstehende Saison zu haben.“

 

Wie war die Vorbereitung für Dich – verlief alles nach Plan?

 

„Die Vorbereitung war sehr gut für mich. Ich konnte in einem sehr professionellen Umfeld in einer starken Trainingsgruppe trainieren – das findest man nicht häufig in Europa.“

 

Du hast ja zwölf Jahre in Ochsenhausen gelebt und volle zehn Jahre für die TTF gespielt – wie war es, wieder hierher zurückzukehren? Hat sich viel verändert?

 

„Hier hat sich sehr viel verändert. Alleine schon das neue Sparkassen TT-Leistungszentrum ist ein Meilenstein für den Verein und das Liebherr Masters College und es war ja auch der Traum von Rainer Ihle. Auch dass die Heimspiele der TTF nun in Ochsenhausen ausgetragen werden, ist eine tolle Geschichte. Insgesamt hat man nun den Eindruck, die TTF sind wirklich zu Hause angekommen. Etwas ist jedoch auch unverändert geblieben und zwar die Atmosphäre. Ochsenhausen war früher schon ein besonderer Standort mit viel Wärme und Menschlichkeit und das hat sich bis heute erhalten.“

 

Wie beurteilst Du als erfahrener Spieler den eingeschlagenen Weg der Ochsenhauser?

 

„Die jetzige Mannschaft ist sehr talentiert und hat viel Potenzial. Ich denke, sie sind langsam reif für einen Titel, aber müssen aus den Erfahrungen der letzten Jahre lernen. Auch bei uns früher gab es Rückschläge, bis der erste Erfolg kam. Mit dem Liebherr Masters College hat man nun auch den perfekten Unterbau geschaffen, um etwaige Abgänge aus den eigenen Reihen kompensieren zu können.“

 

Nach Deiner Zeit bei den TTF warst du ja in Bremen aktiv und spielst nun in Frankreich bei La Romagne. Wie siehst Du rückblickend deine Zeit in Ochsenhausen?

 

„Rückblickend kann ich sagen, dass ich hier wundervolle zehn Jahre hatte. Ich kam als Nummer 200 der Welt hierher und habe es während meiner Zeit hier bis in die absolute Weltspitze geschafft. Aber nicht nur der Sport ist wichtig – auch menschlich habe ich hier viele Freundschaften geschlossen, die bis heute noch bestehen. Mit dem heutigen Vize-Präsidenten Ludwig Zwerger verbindet mich zum Beispiel eine sehr enge Freundschaft. Alles in allem werde ich meine Zeit hier nicht vergessen und weiß, was ich Ochsenhausen zu verdanken habe.“

 

Du spielst mit Deinem Team La Romagne in der Champions League gegen die TTF. Glaubst du, dass ihr den TTF ein Bein stellen könnt?

 

„Für mich ist das ehrlich gesagt gar nicht so wichtig, ausgerechnet den TTF ein Bein stellen zu können. Wir möchten das Viertelfinale erreichen und werden alles tun, was uns möglich ist. Wenn wir und die TTF ins Viertelfinale einziehen, dann wäre ich wirklich zufrieden.“

 

„Ein Team. Ein Ziel. Der Titel“, so lautet das Saisonmotto der TTF – Denkst Du, dass die Ochsenhausener Mannschaft reif für Titel ist?

 

„Ich denke, die Mannschaft hat eine gute Mischung. Mit Simon haben sie einen Leadertypen und Talent haben sie sowieso alle. Einzig es fehlt die Erfahrung, wie man Titel gewinnt, aber hier muss Dubravko Skoric den Input geben. Wenn dann das Glück mitspielt, sehe ich die TTF national und international auf jeden Fall als Titelaspirant.“

 

Du hast noch immer ein besonders Verhältnis zum Verein – verfolgst Du auch die Ergebnisse der TTF?

 

„Ja, natürlich verfolge ich die Ergebnisse von Frankreich aus. In Frankreich spielen wir ja am Dienstag, das heißt ich habe am Sonntag meistens frei. Dann kommt es nicht selten vor, dass ich mir die Spiele der TTF im Livestream anschaue.“

 

Während Deiner insgesamt zwölf Jahre hier, was waren deine persönlichen Highlights?

 

„Für mich war das Jahr 2004 das schönste und ja auch das erfolgreichste. Wir sind Deutscher Meister geworden und haben dazu noch den Pokal geholt. Im Pokalfinale habe ich ein 0:2 gegen Rosskopf gedreht und die Stimmung war der Wahnsinn.“

 

Du bist nun 37 Jahre alt und machst dir sicher auch Gedanken um deine Zukunft. Wie lange möchtest du noch spielen und was planst du nach der aktiven Karriere?

 

„Ich schaue mittlerweile von Jahr zu Jahr und höre in meinen Körper hinein. Ich denke, zwei Jahre kann ich auf jeden Fall noch spielen. Danach möchte ich mein Wissen und meine Erfahrung als Trainer weitergeben. Wer weiß, vielleicht darf ich irgendwann im Trainerteam in Ochsenhausen arbeiten.“

 

Adrian, wir danken Dir für dieses Gespräch, wünschen Dir alles Gute und freuen uns auf das baldige Wiedersehen mit Dir in der Champions League!

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