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Die Stunden der Entscheidung nahen

Freitag, 18:30 Uhr, TTCLM, Viertelfinale, Rückspiel: Borussia Düsseldorf - TTF Liebherr Ochsenhausen

 

Am Freitagabend entscheidet sich vor 1.100 Tischtennis-Fans im Düsseldorfer ARAG CenterCourt, ob die Mannschaft der TTF Liebherr Ochsenhausen den Sprung ins Halbfinale der Champions League schafft.

 

Nach dem 3:2-Erfolg von Dubravko Skorics jungen Gipfelstürmern im Hinspiel am 27. Januar stehen die Chancen auf den großen Coup des Außenseiters - und der sind die TTF nach wie vor - gar nicht so schlecht. Allerdings konnte bisher nur ein minimaler Vorteil in Form eines Satzverhältnisses von 12:9 erarbeitet werden und es ist fast so, als würde alles wieder bei null beginnen und als würden die Karten komplett neu gemischt.

 

In jener denkwürdigen ersten Partie in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle hatten Simon Gauzy mit Siegen über Boll und Källberg sowie Jakub Dyjas mit einem Erfolg über Fegerl geglänzt, während Hugo Calderano eher einen bescheidenen Tag erwischt hatte.

 

Nun, ein kleiner psychologischer Vorteil ist sicher schon auf Seiten der Oberschwaben, die wissen, dass sie Düsseldorf schlagen können - wettbewerbsübergreifend sind die TTF die einzige Mannschaft des Kontinents, die den ambitionierten Ligaprimus der TTBL bisher bezwingen konnte, und das gleich zweimal. Ebenso wie auch Borussia-Ikone Timo Boll in sämtlichen Wettbewerben zusammen erst zwei Niederlagen quittieren musste - eine ging auf das Konto der Ochsenhausener und wurde durch Simon Gauzy im Viertelfinal-Hinspiel verursacht.

 

Durch jenen Simon Gauzy, der gerade erst beim Europe Top 16 in Antibes überzeugen konnte, wo er Gegner wie Jonathan Groth, Joao Monteiro, Kou Lei und eben wieder Timo Boll bezwang - Boll sogar zum fünften Mal in Folge! Mit Platz drei und gesichertem World-Cup-Ticket schnitt Gauzy beim europäischen Ranglistenturnier besser ab als die drei Düsseldorfer Teilnehmer Boll, Fegerl und Karlsson. Auch dies könnte in den Köpfen der Spieler eine kleine Rolle spielen, selbst wenn es nicht überbewertet werden darf.

 

Betrachtet man die aktuellen Weltranglisten-Platzierungen der Spieler - beide Kontrahenten bestreiten die Saison mit einem Fünfer-Kader -, ergibt sich sogar ein Plus zugunsten der TTF, die der einzige Klub Europas außer Orenburg sind, der Düsseldorf in dieser Hinsicht das Wasser reichen kann.

 

Doch das sind alles Nebenaspekte, denn was zählt, spielt sich einzig und allein am Freitag ab 18.30 Uhr für zwei, drei oder vielleicht auch vier Stunden am Tisch ab. Und da gilt es nun einfach, die Daumen zu drücken, dass es Simon Gauzy, Yuto Muramatsu, Hugo Calderano, Jakub Dyjas und Joao Geraldo, die alle fit sind und sehr gut trainiert haben, gelingt, die hohe Hürde zu meistern - zwei Tage vor den Bundesliga-Knallerspiel der TTF in Saarbrücken.

 

Die jungen Spieler aus der oberschwäbische Tischtennis-Hauptstadt wissen, die Aufgabe ist schwer doch gewiss nicht unlösbar - eine gute psychologische Ausgangsposition gegen eine Borussia, die zum Weiterkommen in Europas Königsklasse geradezu verdammt ist, da anderenfalls ein ganz zentrales Saisonziel geplatzt wäre. Der Druck auf den deutschen Rekordmeister ist fraglos größer als auf die junge Truppe der TTF, der auch ein Ausscheiden niemand übelnehmen würde, zumal sie ja mit dem Hinspiel-Erfolg bereits eine Duftmarke gesetzt und gezeigt hat, dass sie auch in Zukunft Düsseldorf-Jäger sein wird.

 

Allerdings ist auch festzuhalten, dass der Gegner die weitaus erfahrenere Mannschaft in den Ring schickt, die besonderen Drucksituationen schon oft standgehalten hat. Somit gilt weiterhin, was TTF-Cheftrainer Dubravko Skoric bereits vor dem Hinspiel zu Protokoll gab: "Düsseldorf hat eine Aura, sie sind erfahren und haben auch als Team schon sehr viel erreicht, während unsere jungen, hungrigen Spieler bisher eher als Einzelspieler geglänzt haben. Jetzt müssen wir zeigen, ob wir so weit sind, als Mannschaft in einer solchen Situation Erfolg zu haben und die Düsseldorfer Aura zu durchbrechen."

 

Hugo Calderano glaubt an die Chance, auch bei Boll und Co. zu bestehen. Der 20-jährige Brasilianer, der seinen Vertrag kürzlich bis 2019 verlängert hat und erklärtermaßen Titel mit den TTF gewinnen will, stellt selbstkritisch fest: "Im Hinspiel war ich nicht gut und habe zwei Matches verloren. Doch das ist vorbei, es beeinträchtigt mich jetzt nicht mehr. Ich trainiere intensiv, um es diesmal - falls ich aufgestellt werde - besser zu machen." Calderano hält alles für möglich, und das schon jetzt: "Wir können das Halbfinale und sogar das Finale erreichen, auch wenn am Freitag eine ganz schwere Aufgabe vor uns liegt." Der Umstand, dass das Team nun in fremder Halle vor vielen Düsseldorfer Anhängern antreten muss, irritiert ihn nicht. "Es stört mich nicht, dass wir auswärts spielen und die meisten Fans den Gegner anfeuern werden", sagt der Weltranglisten-17. "Ich fokussiere mich nur auf mein Spiel, nicht auf das, was 'drumherum' los ist."

 


Borussia Düsseldorf

Timo Boll (GER/Alter: 35/Weltrangliste: 10)
Stefan Fegerl (AUT/28/21)
Kristian Karlsson (SWE/25/22)
Kamal Achanta (IND/34/62) 
Anton Källberg (SWE/19/87)
Trainer: Danny Heister

 

TTF Liebherr Ochsenhausen
Simon Gauzy (FRA/Alter: 22/Weltrangliste: 15)
Yuto Muramatsu (JPN/20/24)
Hugo Calderano (BRA/POR/20/17)
Jakub Dyjas (POL/21/41) 
Joao Geraldo (POR/21/74)
Trainer: Dubravko Skoric

 

Hinspiel: TTF Liebherr Ochsenhausen - Borussia Düsseldorf 3:2

Hugo Calderano - Anton Källberg 2:3 (4:11, 11:1, 11:9, 9:11, 7:11)

Simon Gauzy - Timo Boll 3:1 (11:6, 9:11, 11:5, 11:9)

Jakub Dyjas - Stefan Fegerl 3:1 (10:12, 13:11, 11:4, 11:6)

Hugo Calderano - Timo Boll 1:3 (4:11, 11:7, 4:11, 7:11)

Simon Gauzy - Anton Källberg 3:1 (10:12, 11:6, 11:7, 11:7)

 

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