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Ein Hugo Calderano in Topform reicht nicht, um den „Angstgegner“ zu schlagen

Vor 430 Fans in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle standen die jungen Asse der TTF Liebherr Ochsenhausen wieder einmal ganz dicht davor, den „Angstgegner“ Fulda-Maberzell zu schlagen, doch am Ende stand eine weitere Niederlage gegen die Osthessen auf dem Spielformular – nach 215 Minuten erbittertem Kampf durfte der Gegner einen 3:2-Sieg bejubeln.

 

Viel hat nicht zum Erfolg gefehlt, es waren einmal mehr nur Kleinigkeiten. TTF-Präsident Kristijan Pejinovic: „Wir nähern uns diesem Gegner an, aber es fehlt immer noch ein kleiner Tick in den entscheidenden Momenten. Heute hatten wir sie eigentlich drin.“ Eng ging es zu, richtig eng, wovon 10:12 Sätze und ein ausgeglichenes Ballverhältnis (206:206) zeugen. Auch das knappe Resultat des fünften und entscheidenden Matchs zwischen Jakub Dyjas und Wang Xi illustriert dies: 13:15, 9:11, 11:4, 13:15.

 

So wurde es also nichts mit dem erhofften Traum-Einstieg in die neue Saison, der die Revanche für die Play-off-Halbfinals 2016/17 darstellen und einen psychologischen Schub für alles Weitere geben sollte. Irgendwie war es eine Art Déjà-vu-Erlebnis, das doch sehr an die beiden umkämpften 2:3-Partien in der letzten Punktrunde erinnerte. Der Spannungsfaktor war natürlich wieder hoch und die Zuschauer kamen auf ihre Kosten, auch wenn sie natürlich lieber einen TTF-Sieg erlebt hätten.

 

Doch diese Niederlage ist kein Beinbruch, es gibt noch so viele Gelegenheiten im Lauf der nächsten Wochen und Monate, das wieder wettzumachen, etwa beim Pokal-Achtelfinale in Grenzau am 29.08. oder im nächsten TTBL-Spiel vor heimischer Kulisse gegen Titelverteidiger Düsseldorf (03.09.).

 

Dabei hatte es wirklich gut begonnen, nämlich mit Teil eins der Hugo-Calderano-Gala. Der junge Brasilianer zeigte, dass er das Spiel gegen Abwehr glänzend beherrscht – bisher galt er eigentlich nicht unbedingt als „Defensiv-Killer“ – und ließ Wang Xi beim 3:1 keine echte Chance.

 

Doch der Gast schlug zurück. Ruwen Filus baute seine Bilanz der letzten zwei Spielzeiten gegen die TTF auf unfassbare 8:0 aus. Jakub Dyjas war lange mit dem deutschen Nationalspieler auf Augenhöhe, vergab im vierten Satz Matchbälle und zog am Ende mit 2:3 den Kürzeren. Pejinovic stellte fest: „Jakub machte eigentlich ein gutes Spiel gegen Filus und hatte etwas Pech. Den wichtigen vierten Satz hat er lange dominiert und ihn dennoch nicht nach Hause gebracht.“

 

Es folgte eine wenig überzeugende Performance von Yuto Muramatsu gegen den Dänen Jonathan Groth. Nur im zweiten Satz war der TTF-Japaner obenauf, der über weite Strecken zu blutleer auftrat und leichte Fehler produzierte, wie man sie sonst kaum von ihm kennt. Pejinovic nahm Anstoß an der „schlechten Körpersprache von Yuto in den letzten beiden Sätzen“.

 

2:1 für Fulda-Maberzell, der Druck auf Hugo Calderano wuchs immens, zumal dieser in seinem zweiten Match ausgerechnet jenen Ruwen Filus zum Gegner hatte, der immer dann grandios aufspielt, wenn sein Gegenüber ein TTF-Trikot trägt. Doch endlich einmal konnte er gestoppt werden. Calderano gewann die ersten beiden Durchgänge deutlich und verlor die beiden nächsten ebenfalls nicht gerade knapp, doch als viele meinten, ihm würde die Luft ausgehen, legte er nochmals eine Schippe drauf und hatte im fünften Satz seinen Gegner gut im Griff. Die erste Niederlage von Fuldas Spitzenspieler gegen einen Ochsenhausener seit der letzten Spielzeit. Kristijan Pejinovic: „Hugo war auf unserer Seite überragend und spielte bravourös.“

 

Doch der Bock schien nur umgestoßen, war es aber nicht, wie Dyjas‘ unglückliche Niederlage im fünften Spiel gegen Wang Xi zeigte, die den Hessen doch noch den Sieg bescherte. Das Match verlief dramatisch. Pejinovic erlebte es so: „Den ersten Satz verlor Jakub mit 13:15 in der Verlängerung, im zweiten führte er 8:4 und verlor 9:11. Im vierten Satz zog er sich eine Zerrung im Adduktorenbereich zu und musste minutenlang behandelt werden. Dann ging es wieder, doch brachte er mehrere Satzbälle nicht nach Hause und verlor erneut mit 13:15. Das hat einfach nicht sollen sein!“ Der TTF-Präsident hatte aber auch etwas zu monieren: „Jakub hat in einigen Momenten die Spannung gefehlt, da hat er zu weich und zu passiv gespielt. Er konnte, ja musste eigentlich mehr daraus machen. Er muss das in den Griff bekommen und solche unnötigen passiven Phasen schnell abstellen.“

 

Nicht im TTF-Kader hatten an diesem Tag Simon Gauzy und Joao Geraldo gestanden. Gauzy musste wegen seines Infekts in der vergangenen Woche sogar im Krankenhaus behandelt werden, auch Geraldo hatte es heftig erwischt. Der grassierende Infekt hat sogar zwei Mitarbeiter der TTF-Geschäftsstelle außer Gefecht gesetzt. Zwar haben Gauzy und Geraldo zwischenzeitlich wieder das Training aufgenommen, doch man wollte kein Risiko eingehen und die beiden noch schonen.

 

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 2:3

Hugo CALDERANO – Wang XI 3:1 (11:8, 3:11, 11:7, 11:6)

Jakub DYJAS– Ruwen FILUS 2:3 (6:11, 11:8, 12:10, 11:13, 5:11)

Yuto MURAMATSU – Jonathan GROTH 1:3 (9:11 11:5, 9:11, 4:11)

Hugo CALDERANO – Ruwen FILUS 3:2 (11:5, 11:5, 8:11, 5:11, 11:6)

Jakub DYJAS – Wang XI 1:3 (13:15, 9:11, 11:4, 13:15)

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