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Es hat nicht gereicht – TTF verlieren auch das zweite Halbfinale

Die Saison ist für die junge Mannschaft der TTF Liebherr Ochsenhausen nach dem 1:3 im zweiten Halbfinal-Play-off am Ostersamstag in Fulda beendet. Nach dieser Niederlage und dem 0:3 im Hinspiel am letzten Sonntag schied man, wie in der vorigen Spielzeit, im Halbfinale aus, während Fulda am 10. Juni in Frankfurt/Main um den Titel spielt.

 

Nach dreieinhalb Stunden in der mit 720 Zuschauern rappelvollen HUBTEX Arena durften einmal mehr die Osthessen jubeln, die sich im Lauf der Saison 2016/17 zu einer Art Angstgegner für die jungen Wilden aus Oberschwaben entwickelt haben. Viermal bezwangen sie die TTF und gaben gegen den Zweiten der Punktrunde in den Play-off-Halbfinals nur ein einziges Match ab.

 

Ruwen Filus war ein weiteres Mal der personelle Schlüssel zum Erfolg des Gegners. Was der blonde Defensivspieler jedes Mal gegen seinen Ex-Verein Ochsenhausen hinzaubert, muss als überragend bezeichnet werden. 7:0 lautet seine persönliche Saisonbilanz gegen die Oberschwaben – 4:0 in der Punktrunde, 3:0 in den Play-offs. So bezwang er 2016/17 dreieimal Yuto Muramatsu, dreimal Simon Gauzy und einmal Hugo Calderano. Vier der sieben Matches, darunter alle Defensiv-Duelle mit dem TTF-Japaner, verliefen extrem eng, doch der Sieger hieß jedesmal Filus, der in der Punktrunde schon erfolgreich gespielt hat, jedoch auch einige Matches abgeben musste (Bilanz 13:7). Gegen Ochsenhausen indes scheint er ein Dauer-Abo auf Siege gebucht zu haben - sein Traumgegner, weshalb auch immer.

 

Zwar ging es diesmal enger zu als bei der 0:3-Hinspielniederlage und die Fans sahen 195 Minuten spannendes Tischtennis, besonders vor dem „Pausentee“ war die TTF-Performance sehr ansprechend, doch die Bigpoints machten erneut überwiegend die Maberzeller.

 

Filus legte für Fulda vor mit seinem Fünfsatz-Sieg gegen einen keineswegs schwachen Yuto Muramatsu, wieder extrem knapp und wieder ein richtungsweisendes Match, das trotz guter Chancen nicht auf der TTF-Habenseite verbucht werden konnte.

 

Simon Gauzy indes egalisierte recht souverän und ließ sich diesmal von Wang Xi nicht überraschen wie im Hinspiel, in dem der Deutsch-Chinese wie ein Weltmeister angegriffen hatte.

 

Fulda nach der Pause im Vorwärtsgang

Ochsenhausen ging hoffnungsvoll in die Pause, bis hierhin sah es durchaus danach aus, als ob die Chance auf das dritte Match genutzt werden könnte. „Bis zur Pause war es ein Bärenspiel mit einer Bärenstimmung, bei dem unsere gut 30 mitgereisten Fans fast lauter waren als 700 Fuldaer“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Was danach von uns kam, war leider nicht mehr so berauschend.“

 

In der Tat kam Sand im TTF-Getriebe nach dem „Pausentee“. Der Däne Jonathan Groth schlug Hugo Calderano, dem nach seiner Verletzungspause die fehlende Wettkampfpraxis deutlich anzumerken war, zur 2:1-Führung der Hessen. „Unsere Option lag bei Hugo, da es bei Jakub [Dyjas] in den letzten Wochen schlecht gelaufen war und Hugo mental am ehesten geeignet schien, etwas auf der Position drei zu reißen“, sagte Pejinovic. „Er hatte es in der eigenen Hand, hat sich im ersten Satz nach 6:2-Führung rausbringen lassen und im vierten Satz ein 9:7 nicht ins Ziel gebracht.“

 

Und wiederum der allgegenwärtige Filus war es, der den Deckel drauf machte und einem ausgelaugt wirkenden Gauzy, der gegen Wang Xi offenbar viel Kraft gelassen hatte, keine Chance ließ. „Bei Simon war die Luft raus, sein Pulver war verschossen“, so Pejinovic. „Er hat alles probiert, doch es ging nicht mehr.“ Der TTF-Präsident nahm seine Nummer eins in Schutz: „Simon kann nicht immer allein den Karren aus dem Dreck ziehen, wenn die Nummer drei nicht gut drauf ist und die zwei knapp verliert. Er trägt mit seinen 22 Jahren schon das ganze Jahr Verantwortung, nicht nur bei den TTF, sondern auch für die französische Nationalmannschaft.“

 

Kristijan Pejinovic trug Niederlage und Ausscheiden mit Fassung und zeigte sich als fairer Verlierer: „Klar bin ich enttäuscht, ich hätte zu gerne ein drittes Spiel in Ochsenhausen erlebt, aber es hat eben nicht sollen sein. Gratulation jedenfalls an Fulda, die zwei ganz starke Spiele gemacht und verdient den Einzug ins Finale geschafft haben!“

 

Optimierungsbedarf und Feintuning für 2017/18

Ochsenhausens Präsident analysiert die Play-offs und den Saisonverlauf: „Bei uns hat wieder jenes letzte kleine Quäntchen, vielleicht auch etwas Finesse gefehlt, doch das müssen wir – so bitter es im Moment sein mag – als Teil unseres Lernprozesses verbuchen. Wir sind jetzt zweimal hintereinander in der TTBL mit der jüngsten Mannschaft aller Zeiten angetreten und haben gute Spiele gezeigt, haben Platz zwei in der Runde erreicht und sind im Champions-League-Viertelfinale hauchdünn an Düsseldorf gescheitert. Da wäre es nicht in Ordnung, nun den Spielern Vorwürfe zu machen, die alles gegeben haben.“

 

Nächste Saison soll manches optimiert werden. „Das Feintuning muss verbessert werden sowie die mentale Stabilität“, sagt Pejinovic und fügt hinzu: „Und was wir noch lernen müssen ist, als Team erfolgreich zu sein, wenn es darauf ankommt, und die „großen Spiele“ als TTF Liebherr Ochsenhausen zu gewinnen.“ Es müsse einen weiteren Schritt vorangehen. „Nächste Saison“, so beschließt Pejinovic sein Statement, „werden die Anforderungen wieder einen Tick erhöht.“

 

 

PLAY-OFF-HALBFINALE, RUNDE 2 (15.04.)

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:1

Ruwen Filus –Yuto Muramatsu 3:2 (11:9, 8:11, 9:11, 11:5, 11:9)

Wang Xi – Simon Gauzy 1:3 (8:11, 11:9, 4:11, 5:11)

Jonathan Groth – Hugo Calderano 3:1 (11:8, 11:7, 6:11, 11:9)

Ruwen Filus – Simon Gauzy 3:0 (11:3, 11:7, 11:8)

 

 

PLAY-OFF-HALBFINALE, RUNDE 1 (09.04.)

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 0:3

Yuto Muramatsu – Ruwen Filus 0:3 (19:21, 10:12, 10:12)

Simon Gauzy – Wang Xi 1:3 (8:11, 11:7, 1:11, 5:11)

Jakub Dyjas – Jonathan Groth 0:3 (8:11, 9:11, 7:11)

 

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