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Fulda, die Vierte: TTF wollen den Bock umstoßen

Samstag, 17.00 Uhr, Hubtex Arena, Fulda: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell - TTF Liebherr Ochsenhausen

 

Fulda, Fulda und kein Ende – und die TTF müssen sich wünschen, dass das noch zweimal in dieser Saison der Fall sein wird. Nach dem 0:3-Debakel vom Sonntag, wo man in eigener Halle im ersten Play-off-Halbfinale böse unter die Räder kam, müssen die jungen Wilden aus Oberschwaben zunächst einmal eine dritte, entscheidende Partie erzwingen, was nur klappt, wenn in der „Höhle des Löwen“ gewonnen wird. Anderenfalls wäre die Saison für die jüngste Mannschaft der Liga vorzeitig beendet.

 

Eigentlich ist jetzt nicht die Zeit zum Reden, sondern zum Handeln. Maberzell mit seinen Defensiv-Assen Ruwen Filus und Wang Xi und dem zuletzt ebenfalls sehr starken Angriffsspieler Jonathan Groth ist nun einmal für die TTF-Asse ein unbequemer, schwer zu spielender Gegner, doch es wäre ja langweilig, wenn es einfach wäre, wenn man sich ein unfehlbares Konzept zurechtlegen und das dann passgenau eins zu eins umsetzen könnte. Doch so läuft es auch am Samstag in der sicher bis auf den letzten Platz gefüllten Hubtex Arena nicht, wo die Fans vermutlich sehr engagierte, von Taktik geprägte Spiele sehen werden, bei denen es nicht zuletzt auf die Tagesform und einen guten Start ankommen dürfte.

 

Man hat nochmals sehr engagiert trainiert und das auch mit Gast-Abwehrspielern von Format, man hat verstanden, wie es geht, doch es muss am Tisch auch umgesetzt werden, sonst bleibt es graue Theorie. Und die Osthessen spielen ja auch noch mit und werden sich die eine oder andere neue taktische Variante ausgedacht haben, um den TTF das Leben schwer zu machen. Es wird wohl wieder ein zäher Kampf um jeden Ball werden, bei dem sich der Nervenstärkere am Ende behaupten wird. Sinnbildlich ist der erste Satz des Defensivduells zwischen Yuto Muramatsu und Ruwen Filus ein Schlüssel für die Partie. Ging dieser am Sonntag noch mit 19:21 verloren, müsste er diesmal - egal, wer sich tatsächlich gegenübersteht - mit 21:19 gewonnen werden, soll am Ende ein Erfolg stehen. Eine Herkulesaufgabe, jedoch gewiss nicht unmöglich.

 

Nun, am Sonntag sind die hoffnungsvollen Ochsenhausener von bissigen Maberzellern und einem angriffsfreudigen Wang Xi regelrecht überrumpelt worden. Im Normalfall, also den Regularien bis einschließlich der Saison 2015/16, wäre bereits nach der ersten Halbfinal-Runde nahezu alle Spannung heraus und man könnte sich auf ein Finale Düsseldorf vs. Fulda einrichten. Ein 0:3 bei einem einzigen gewonnenen Satz könnten die Schützlinge von Dubravko Skoric realistisch betrachtet einfach nicht mehr aufholen. Nach dem alten System wäre der Rivale aus der Rhön schon durch.

 

Doch nun ist es eben anders und man möchte sich schon wünschen, um den neuen Modus richtig auskosten zu können, dass es zu einem dritten Semifinale kommt. Natürlich will das der Gegner mit aller Macht vermeiden, doch drin ist noch alles, man braucht ja „nur“ einen ganz, ganz knappen Sieg im Rückspiel – und schon beginnt alles wieder bei Null. Das 3:0 der Osthessen war natürlich eine extrem starke Duftmarke, doch selbstredend klar unter Wert aus Sicht der TTF, die in der Liga beide Male nach Duellen auf Messers Schneide unglücklich mit 2:3 verloren hatten. Wenn die jungen Spieler das 0:3 aus den Köpfen bekommen, ist auch in der „Höhle des Löwen“ noch etwas drin.

 

Ruwen Filus hat trotz seiner momentanen Bilanz von 5:0 kein Abonnement auf Siege gegen Ochsenhausen gebucht und Wang Xi kann Simon Gauzy auch nicht jeden Tag abschießen. Diese taktische Variante, einen Angriffsspieler, der glaubte, alle Zeit der Welt zu haben und mit Wangs Schnittvariationen im Normalfall gut zurechtkommt, mit fulminantem Angriff zu überraschen, ist nun durch und kaum ein zweites Mal anwendbar. Es kann aber auch sein, dass die Filus-Truppe nun derart vor Selbstvertrauen strotzt, dass man den TTF das endgültige Aus verpasst. Wer will da schon eine Prognose stellen.

 

Nach dem alten Play-off-Mudus jedenfalls hätte Ochsenhausens Präsident Kristijan Pejinovic, als Realist bekannt, vermutlich am Sonntag gegen 17.30 Uhr zu Protokoll gegeben: „Glückwunsch an Fulda, sie waren heute bärenstark und haben sich durch diese Leistung den Einzug ins Finale verdient!“ Stattdessen lautete seine Aussage nach dem Desaster gegen Maberzell wie folgt: „Kein Grund, die Köpfe hangen zu lassen! Wir können von Glück sagen, dass es das neue System gibt und wir noch die Chance haben, alles auszubügeln. Eigentlich müssten die Jungs gleich wieder in die Trainingshalle. Jetzt gilt es, sich nochmals besonders gut vorzubereiten und unbedingt das dritte Spiel zu sichern. Ich erwarte eine Trotzreaktion.“

 

Wer dem starken Kontrahenten trotzen soll, steht noch längst nicht fest. Alle fünf Spieler stehen zur Verfügung und haben mit Herzblut trainiert. Es gibt diverse Varianten, wer an welcher Position spielen könnte. Lassen wir uns überraschen und drücken wir die Daumen, dass der „Turnaround“ unter erschwerten Bedingungen – in der Halle ist eine Bombenstimmung zu erwarten und 90 Prozent der Besucher werden den Gastgeber lautstark unterstützen – gelingen möge.

 

Cheftrainer Dubravko Skoric bleibt gelassen: „Gegen eine dermaßen starke Mannschaft kann es schon mal vorkommen, dass man ein Spiel hoch verliert. Es war hart für die Spieler, doch ob 0:3 oder 2:3 spielt letztlich keine Rolle. Am Samstag beginnt es wieder bei 0:0 und ich glaube immer noch, dass wir eine echte Chance haben. Wir müssen nun einfach versuchen, es besser zu machen als zuletzt und schauen, ob es zu einem Sieg reicht, um ein drittes Match in Ochsenhausen zu erkämpfen. Ob wir etwas an der Aufstellung ändern werden, hängt von diversen Faktoren ab und wird sich womöglich erst kurzfristig entscheiden. Wichtig ist, dass die Jungs gut motiviert an die Aufgabe herangehen, an sich glauben und das 0:3 aus den Köpfen bekommen – und das vermitteln wir ihnen gerade.“

 

Änderung des Play-off-Spielplans

 

Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben beschlossen, falls es zum dritten Halbfinal-Spiel gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell am Samstag, den 29.04. in der Dr.-Hans-Liebherr-Sporthalle kommt, dieses nicht um 15:00 Uhr, sondern erst um 19:00 Uhr auszutragen.

 

Diese Spielplan-Änderung wurde mit der TTBL Sport GmbH abgestimmt und vom TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell akzeptiert.

 

Dafür ausschlaggebend war die Überlegung, etwas für die Zuschauer tun zu wollen. Nun kann nämlich jeder in Ruhe seinen Tätigkeiten am Samstag nachgehen und am Abend dann als Highlight Spitzentischtennis verfolgen.

 

 

Play-off-Halbfinale

1. Spiel

TTF vs. Fulda 0:3

Yuto Muramatsu – Ruwen Filus 0:3 (19:21, 10:12, 10:12)

Simon Gauzy – Wang Xi 1:3 (8:11, 11:7, 1:11, 5:11)

Jakub Dyjas – Jonathan Groth 0:3 (8:11, 9:11, 7:11)

 

2. Spiel

Fulda vs. TTF

Samstag, 15.04.2017 um 17:00 Uhr, Hubtex Arena

 

3. Spiel (falls es nach zwei Partien 1:1 steht)

TTF vs. Fulda

Samstag, 29.04.2017, 19:00 Uhr, Dr. Hans-Liebherr-Sporthalle

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