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3:2 beim Angstgegner: TTF besiegen den Fulda-Fluch

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen 2:3

 

Nach genau drei Stunden und vier Minuten fiel in der Fuldaer HUBTEX-Arena die Anspannung von Spielern, Management und Fans der TTF Liebherr Ochsenhausen. Hugo Calderano hatte vor 550 Zuschauern seinen ersten Matchball im alles entscheidenden fünften Spiel des Tages gegen Jonathan Groth verwandelt und damit den Entscheidungssatz sowie das Match gewonnen und seinem Team die beiden Punkte gesichert. Es durfte ausgelassen gejubelt werden.

 

Sechsmal in Folge hatte man Filus und Co. zum Sieg gratulieren müssen, darunter waren auch mehrere extrem knappe Niederlagen. Insofern war es schon eine Art verspätete Gerechtigkeit, dass es endlich gelang, den Fulda-Fluch zu brechen. Und das auch noch in einer so wichtigen Partie – im Fall einer Niederlage hätten die TTF den Anschluss nach oben verloren – und ausgerechnet in der Höhle des Löwen.

 

Dabei hatte die Begegnung nicht gerade unter günstigen Vorzeichen begonnen, da mit Simon Gauzy die unumstrittene Nummer eins der Oberschwaben wegen Rückenproblemen passen musste, jener Gauzy, der im Normalfall mindestens für einen Punkt gut ist, selbst gegen Fulda-Maberzell. Cheftrainer Dubravko Skoric hatte sich für Yuto Muramatsu an Position eins und Jakub Dyjas an drei entschieden – durchaus gewagt, doch der Verlauf der dramatischen Partie sollte ihm Recht geben.

 

Der Sieg in der verschneiten Rhön am zweiten Adventssonntag war aber auch der „Entzauberung“ des Ruwen Filus geschuldet, der lange das Fulda-Trauma der TTF personalisiert und in der Vorsaison eine unglaubliche 7:0-Bilanz gegen Ochsenhausen eingefahren hatte. Bei der unglücklichen 2:3-Hinspielniederlage seiner Truppe hatte Calderano Filus aber bereits in die Knie zwingen können – und das gelang ihm heute zum Auftakt abermals, sogar relativ deutlich in vier Sätzen, von denen der Brasilianer drei dominierte.

 

Dass Filus zwar ein starker Tischtennisspieler ist, aber letztlich auch nur mit Wasser kocht, konnte auch Yuto Muramtsu aufzeigen. Im Defensiv-Duell der beiden Einser war der im glatt verlorenen ersten Einzel gegen Jonathan Groth noch ziemlich indisponiert wirkende TTF-Japaner (Daniel Zwickl: „Wir haben Yuto in der Pause auf dieses Spiel gut eingestellt und ihm klargemacht, dass er sich anders präsentieren muss als gegen Groth“) nämlich der bessere und vor allem nervenstärkere Mann und siegte letztlich verdient in drei engen Sätzen.

 

Zuvor hatte Jakub Dyjas nach gutem Auftakt die Überlegenheit von Fuldas Wang Xi anerkennen müssen, doch das war letztlich nebensächlich, da Muramatsu egalisieren und „Matchwinner“ Calderano gegen einen starken Groth die beiden Punkte in trockene Tücher packen konnte. TTF-Sportmanager Daniel Zwickl sagte über die Leistungen des 21-jährigen Südamerikaners: „Hugo hatte in letzter Zeit oft gut gespielt aber manche Niederlage kassiert, da ihm die letzte Frische gefehlt hatte. Heute war davon nichts zu sehen, er ist top vorbereitet an den Tisch gegangen und hat alles sehr gut umgesetzt, was wir ihm mit auf den Weg gegeben haben.“

 

Daniel Zwickl freute sich: “Das war ein superwichtiges Spiel, zumal wir so lange nicht gegen Fulda gewonnen hatten.“ Der TTF-Sportmanager ergänzte: „Es war eine fantastische spielerische und kämpferische Leistung von den Jungs, besonders, da sie mit 1:2 hinten gelegen hatten.“ Auf die Frage, ob es nicht ein großes Handikap gewesen sei, ohne Simon Gauzy antreten zu müssen, antwortete Zwickl: „Wir können gut spielen, egal mit wem und gegen wen, und wir glauben an alle unsere Spieler. Dass dies berechtigt ist, hat sich heute wieder einmal gezeigt.“

 

Auch TTF-Präsident Kristijan Pejinovic war hoch zufrieden: „Glückwunsch an das Team und Respekt für den großen Kampf, besonders von Hugo!“ Es sei, so Pejinovic, das „erwartet enge Spiel gewesen, bei dem Yutos Comeback nach dem 0:3 gegen Groth die Wende eingeleitet hat“.

 

Es war definitiv ein äußerst wichtiger Sieg, durch den die TTF mit 12:8 Punkten auf Tabellenplatz vier und somit einem Play-off-Rang ins neue Jahr gehen. Bei einer Niederlage wären sie womöglich vorentscheidend zurückgefallen, da – natürlich bis auf Fulda – alle Konkurrenten knappe Siege einfahren konnten. Kurios und so noch nie dagewesen: alle fünf Bundesliga-Partien des 10. Spieltags endeten 2:3 aus Sicht der jeweiligen Heimmannschaft.

 

Der Erfolg in Osthessen gibt mit Sicherheit auch Auftrieb für das Liebherr Pokal-Finale am 6. Januar in Neu-Ulm. Aber zuvor steht für die jungen Wilden aus Oberschwaben noch das wichtige Champions-League-Spiel in Wels (21.12.) auf dem Programm, in dem sie das Viertelfinal-Ticket lösen wollen – erst danach können sie den Schläger für wenige Tage aus der Hand nehmen.

 

 

Das Spiel im Überblick

Ruwen Filus – Hugo Calderano 1:3 (8:11, 4:11, 11:9, 8:11)

Jonathan Groth – Yuto Muramatsu 3:0 (11:4, 11:8, 11:8)

Wang Xi – Jakub Dyjas 3:1 (12:14, 11:5, 11:9, 11:7)

Ruwen Filus – Yuto Muramatsu 0:3 (11:13, 9:11, 9:11)

Jonathan Groth – Hugo Calderano 2:3 (11:6, 4:11, 6:11, 11:4, 7:11)

 

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