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Keine Ochsenhausener WM-Highlights, doch solide Auftritte

Bei den LIEBHERR Tischtennis-Weltmeisterschaften, die am Pfingstmontag in Düsseldorf mit der Titelverteidigung des favorisierten Chinesen Ma Long endeten, waren bekanntlich alle fünf Bundesligaspieler der TTF Liebherr Ochsenhausen am Start. Nun, richtig schlecht gespielt hat keiner, doch der große Wurf gelang auch keinem der jungen Ochsenhausener Profis.

 

Im Einzelturnier kamen alle mindestens eine Runde weiter, zwei Spieler erreichten die 3. Hauptrunde (beste 32), mussten sich da aber zurzeit noch übermächtigen Gegnern geschlagen geben.

 

Simon Gauzyhatte in der 1. Runde leichtes Spiel mit dem Luxemburger Eric Glod (4:0), traf dann jedoch auf den jungen Koreaner Jeong Sangeun, Finalist der Asienmeisterschaften im April, wo er unter anderem die Nummer eins der Welt, Ma Long, glatt besiegte. Gauzy hatte seine Chancen gegen den Senkrechtstarter aus Fernost, die er jedoch nicht nutzte. So führte er mit 2:1 Sätzen und 6:3 und machte dann einige leichte Fehler, die seinen Gegner wieder ins Spiel brachten. Am Ende hieß es 2:4 (11:9, 8:11, 11:8, 9:11, 10:12, 9:11) und der TTF-Franzose war draußen. TTF-Präsident Kristijan Pejinovic nahm es nicht allzu tragisch: „Simon hatte eine gute Vorbereitung und sich viel vorgenommen, mit Jeong hatte er einen sehr starken Gegner erwischt, gegen den er sich keine leichten Fehler hätte erlauben dürfen. Aber solche Spiele können immer wieder passieren.“ Im Doppel war für den Weltranglisten-15. aus Ochsenhausen auch in der 2. Runde Endstation. Mit Partner Quentin Robinot folgte dem 4:2 über die Russen Liventsov/Paikov ein eher unerwartetes 2:4 gegen McBeath/Walker aus England, jenen Samuel Walker, der dem Liebherr Masters College (LMC) angehört.

 

Hugo Calderano besiegte zunächst den international alles andere als unbekannten Inder Harmeet Desai (4:1), um anschließend den Iranischen Weltranglisten-128. Nima Alamian klar mit 4:0 in die Schranken zu weisen. Doch dann traf er auf den Weltranglistendritten und späteren Bronzemedaillengewinner Xu Xin, einen der Top-Chinesen. Nach zwei Sätzen stand es 1:1 und der Außenseiter aus Brasilien schien auf Augenhöhe, doch dann fand Xu immer besser in sein Spiel, während Calderano den hohen Level nicht halten konnte und am Ende doch noch recht deutlich verlor (10:12, 11:7, 6:11, 3:11, 4:11). Pejinovic: „Hugo hat ein gutes Turnier gespielt und war auch gegen Xu Xin anfänglich auf Augenhöhe. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem World Cup in Saarbrücken, wo er gegen ihn noch absolut chancenlos war. Seine Auftritte in Düsseldorf waren absolut in Ordnung.“ Dies galt mit Abstrichen auch für das Doppel, wo er mit Gustavo Tsuboi – an Position 5 gesetzt und zuletzt Sieger bei den Brazil Open in Sao Paulo – in die 3. Runde vorstieß, dort aber etwas überraschend den Russen Alexander Shibaev/Kirill Skachkov nach sechs Sätzen gratulieren musste. Zuvor hatte man unter anderem die Brasilianer Eric Jouti/Cazuo Matsumoto ausgeschaltet – Jouti gehört zur Ochsenhausener Trainingsgruppe wie übrigens auch Tsuboi, Matsumoto zählt zu den häufigen Trainingsgästen in der oberschwäbischen Tischtennis-Hauptstadt.

 

Yuto Muramatsu, Nummer 24 der Setzliste, erreichte wie Calderano die 3. Runde. Zunächst schlug er locker den bulgarischstämmigen Italiener Niagol Stoyanov und gewann in der 2. Runde ein enges Match gegen den Portugiesen Joao Monteiro (Weltranglistenposition 45) mit 4:3, der auch schon bei den TTF unter Vertrag stand. Sein nächster Gegner war sogar viele Jahre in Ochsenhausen aktiv. Es handelte sich um den Weltranglistenzehnten Chuang Chih-Yuan, der auch mit seinen 36 Jahren noch richtig gut ist. Muramatsu musste jedenfalls ein klares 0:4 quittieren und verabschiedete sich aus dem Turnier. Pejinovic: „Bis dahin hat Yuto sehr ordentlich gespielt. Gegen die Asiaten hat er noch ein kleines psychologisches Problem und meint, sie könnten sein Spiel zu gut lesen. Gegen Europäer spielt er viel unbeschwerter. Aber wir werden die Sache schon mit ensprechender Geduld in den Griff bekommen.“

 

Jakub Dyjas war in Düsseldorf gut beschäftigt, er spielte Einzel, Doppel und Mixed. Immerhin besiegte er in der 1. Hauptrunde den LMC-Studenten Sam Walker nach zwischenzeitlichem 1:3-Satzrückstand noch. Losglück hatte der 21-jährige Pole indes keines – in der 2. Runde wartete ein glänzend aufgelegter Timo Boll auf ihn, der später bis ins Viertelfinale kam und dort Ma Long nur knapp unterlag. Nun, Dyjas konnte gegen den Weltranglistenachten aus dem Odenwald nichts ausrichten und unterlag mit 7:11, 8:11, 8:11 und 8:11. Pejinovic: „Gegen Boll auszuscheiden, ist keine Schande. Jakub steckt aber immer noch in seinem Tief und muss jetzt einfach mal etwas abspannen und am besten mal für ein paar Wochen keinen Schläger in die Hand nehmen. Er hat in den letzten zwölf Monaten so viele wichtige Turniere gespielt und ist auch noch zum Führungsspieler in seinem Nationalteam geworden. Zudem ist er seit seinen zwei Medaillen bei den Europameisterschaften vom Jäger zum Gejagten geworden. Das hat Spuren hinterlassen, er ist mental zurzeit ziemlich leer. Ich bin aber optimistisch, dass wir ihn zum Saisonbeginn wieder in alter Frische erleben werden.“ Im Doppel mit Daniel Gorak kam für Dyjas das Aus in Runde drei – mit 3:4 unterlag man nicht unerwartet den starken Hongkong-Chinesen Ho Kwan Kit/Wong Chun Ting. Im Mixed gab es weniger zu tun, zusammen mit Katarzyna Grzybowska-Franc schied der Ochsenhausener bereits in der 1. Runde gegen das Japan-Duo Kenta Tazoe/Miyu Maeda aus.

 

Und schließlich wäre noch von Joao Geraldozu berichten, der als Nummer 58 die schlechteste Setzposition der fünf Ochsenhausener hatte. Nun, der 21-jährige Portugiese schlug sich nicht besser oder schlechter als seine übrigen TTF-Kollegen. In der 1. Runde hatte er ein ganz enges Match gegen den Spanier Alvaro Robles aus der Ochsenhausener Trainingsgruppe. Geraldo führte scheinbar komfortabel mit 3:0 Sätzen, doch der Faden riss und Robles kam immer stärker auf. Schließlich ging es in den Entscheidungssatz, in dem Geraldo die Nerven behielt und sich mit 13:11 in der Verlängerung behauptete. Sein nächster und letzter Gegner war Defensivstratege Ruwen Filus, der Fulda-Maberzell vor Wochen zum Play-off-Sieg gegen die TTF geführt hatte und nun eine bärenstarke WM spielte. Der Ochsenhausener hielt gut mit, zum Sieg reichte es aber nicht – die Satzergebnisse dokumentieren, dass es ein heftig umkämpftes Match war: 8:11, 11:7, 10:12, 10:12, 9:11. Kristijan Pejinovic: „Joao hat sich teuer verkauft, seine Leistungen in Düsseldorf waren absolut okay.“

 

Das Gesamtfazit des Ochsenhausener Präsidenten fiel so aus: „Es war weder überragend noch schwach, letztlich war es in Ordnung und recht solide, was unsere fünf Spieler in Düsseldorf gezeigt haben. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen und alle weiter hart an sich arbeiten müssen. Einige spielen nun noch etwas World Tour und machen erst dann Urlaub. Wichtig ist es aber auf jeden Fall, sich mal zwei, drei Wochen auszuruhen und durchzuatmen.“

 

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