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Simon Gauzy und Jakub Dyjas überzeugen bei den German Open

Die German Open in Magdeburg, die am Sonntag mit dem Turniersieg Dimitrij Ovtcharovs endeten, der die chinesischen Konkurrenten und im Finale Timo Boll aus dem Weg geräumt hat, waren das größte Tischtennis-Spektakel 2017 auf deutschem Boden nach der WM in Düsseldorf. Man sprach zu Recht von einer Mini-Weltmeisterschaft, zumal bei den Herren 18 der TOP20-Spieler am Start waren, von denen mancher früher ausschied als ihm lieb sein konnte.

 

Vier Spieler der TTF Liebherr Ochsenhausen waren dabei und zwei von ihnen zeigten sehr ansprechende Leistungen. Der an Position 11 gesetzte Weltranglisten-Achte Simon Gauzy – für die Setzung zählte nicht die aktuelle Weltrangliste, sondern das Oktober-Ranking – gehörte zu den Pluspunkten der TTF in Magdeburg, ebenso der ungesetzte Jakub Dyjas, der sich über die Qualifikation mit tadellosen Leistungen ins Hauptfeld vorarbeitete.

 

Gauzy meisterte die erste Runde überzeugend mit einem 4:3-Sieg über den flinken Japaner Jin Ueda, gegen den er zuvor handfeste Niederlagen kassiert hatte. Im Achtelfinale traf er auf den späteren Finalisten Timo Boll, dem er zuletzt fünf Niederlagen in Serie beigebracht hatte. Doch die deutsche Tischtennis-Ikone ist zurzeit derart gut in Form, dass sie sogar mit ihrem Angstgegner klarkam. Allerdings legte Gauzy gegen Boll wie gewohnt vor, konnte aber nach einem 11:6 im ersten Durchgang den Sack im richtungsweisenden zweiten Satz nicht zumachen und verspielte eine 9:4-Führung. Das war der Knackpunkt des Matchs, das ansonsten noch sehr, sehr spannend hätte werden können. Boll atmete tief durch und lobte am Mikro des Hallensprechers die Fans, die ihn in diesem schwierigen Spiel zum Sieg gepuscht hätten.

 

TTF-Präsident Kristijan Pejinovic, der das Geschehen vor Ort verfolgte, kommentierte Gauzys Leistungen: „Simon war auch in diesem Turnier der überragende Akteur. Gegen Ueda, gegen den er seine beiden letzten Begegnungen klar verloren hatte (0:4 und 1:4) sich so knapp durchzusetzen, zeigt abermals seine Klasse. Gegen Timo war eindeutig mehr drin, aber der ist momentan in einer super Form und war nicht umsonst im Finale.“

 

Bei Dyjas wurde sichtbar, dass der 22-Jährige sein monatelanges Tief überwunden hat und wieder mit Spielfreude und Selbstvertrauen bei der Sache ist. Nach souveränem Gruppensieg und einem 4:2-Erfolg über den hoch gehandelten Hongkong-Chinesen Ho Kwan Kit gelang dem TTF-Polen sogar das Kunststück, im zweiten Match der Zwischenrunde seinen favorisierten Ochsenhausener Teamkollegen Hugo Calderano auszuschalten (14:16, 11:6, 11:6, 11:6, 11:8), der sichtlich enttäuscht war, nicht die Hauptrunde erreicht zu haben. Aber man weiß ja, wie schwierig solche Spiele für Akteure sind, die sich in allen Details kennen – und Dyjas hat diese Aufgabe in Magdeburg eben besser gelöst. In der ersten Hauptrunde stand Dyjas dem späteren Halbfinalisten Lee Sangsu (Südkorea), aktuelle Nummer 13 der Welt, gegenüber und war beim 1:4 keineswegs chancenlos, schaffte es aber nach deutlich gewonnenem erstem Satz nicht, die Durchgänge zwei und drei nach teilweise klaren Führungen nach Hause zu bringen – beide gingen mit 12:10 an Lee.

 

Kristijan Pejinovic: „Bei Hugo konnte man die Strapazen der letzten Wochen erkennen, aber dies soll die Leistung Jakubs nicht schmälern. Hugo hat ein solides Spiel abgeliefert und traf unglücklicherweise auf seinen Mannschaftskameraden. Für Jakub freut es mich, dass er sich nun fit und wieder einsatzbereit zurückgemeldet hat.“

 

Unter seinen Möglichkeiten blieb Joao Geraldo, der die Gruppenphase nicht überstand und aufgrund einer Niederlage gegen den Japaner Mizuki Oikawa vom Bundesligakonkurrenten Bad Königshofen mit Platz 2 in seiner Gruppe Vorlieb nehmen musste. Der Kommentar von Kristijan Pejinovic: „Joao hat es leider nicht über die KO-Runde hinaus geschafft und bleibt weiterhin unter seinen Erwartungen - leider.“

 

Dafür überzeugte mit dem 20-jährigen Ungarn Bence Majoros ein Spieler aus dem Ochsenhausener Liebherr Masters College auf ganzer Linie. In seiner Gruppe war er als Außenseiter angetreten, hatte aber den nigerianischen Weltklassespieler Quadri Aruna (4:2), aktuelle Nummer 27 des internationalen Rankings, und den Tschechen Michal Obeslo (4:0) in die Schranken gewiesen. In der Zwischenrunde hatte Majoros den klar favorisierten portugiesischen Champions-League-Spieler Joao Monteiro in sechs Sätzen ausgeschaltet, um in der ersten Hauptrunde auf den späteren Turniersieger Dimitrij Ovtcharov zu treffen, der nach dem Match zu Protokoll gab: „Das war kein leichtes Spiel, ich hatte Majoros nicht so stark erwartet.“ Nun, der junge Ungar unterlag mit 1:4, war aber phasenweise mit dem Weltcupsieger auf Augenhöhe – so gewann er den zweiten Satz mit 15:13 und zog im fünften Durchgang mit 10:12 den Kürzeren.

 

Dazu stellte Pejinovic fest: „Für mich war Bence Majoros die klare Überraschung des Turniers. Obeslo (4:0), Aruna (4:2) und Monteiro (4:2) in dieser Deutlichkeit zu schlagen und zwei Sätze mit Dima Ovtcharov auf Augenhöhe zu spielen hat mich sehr zufrieden gestellt. Es freut mich wirklich persönlich für ihn. Er ist seit dieser Saison Vollzeit am Liebherr Masters College und arbeitet jeden Tag super akribisch auf seine Ziele hin und wurde zum ersten Mal nun auch belohnt.“

 

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