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Starke TTF stoppen Saarbrückens Siegeszug

1. FC Saarbrücken-TT – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3

 

Die TTF Liebherr Ochsenhausen krönten eine erfolgreiche Woche am Sonntagnachmittag in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle mit einem 3:0-Sieg beim Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken. Sie schlugen vor knapp 500 Tischtennisfans den Vizemeister 2016/17 in der „Höhle des Löwen“, der zuvor wettbewerbsübergreifend acht Spiele in Folge gewonnen hatte. Es war zugleich die erste Saisonniederlage der ambitionierten Saarländer, auf die man auch in der Vorschlussrunde des Liebherr Pokal-Finales am 6. Januar in der Neu-Ulmer ratiopharm arena treffen wird – eine gelungene Generalprobe also.

 

„Wir haben heute eine sehr gute Moral bewiesen“, sagte ein erleichterter TTF-Präsident Kristijan Pejinovic nach der Begegnung. „Unser Sieg war sehr wichtig, um den Anschluss nicht zu verpassen. Fünf Siege hintereinander, alle mit 3:0 oder 3:1, so kann‘s weitergehen!“

 

In Saarbrücken trat die junge Truppe aus Oberschwaben gegen die im Schnitt zehn Jahre älteren, routinierten Saarbrücker bis in die Haarspitzen motiviert und sehr nervenstark auf. Die zuvor vier Siege in Folge und die gute Woche mit den deutlichen Erfolgen im Pokal und in der Champions League hatten also Spuren hinterlassen und das Selbstvertrauen der TTF-Profis gestärkt. Und gute Nerven brauchten sie auch, denn es ging in den ersten beiden Matches sehr, sehr eng zu. Mit etwas Pech hätten beide auch verlorengehen können.

 

So führte der in den letzten Wochen bärenstarke deutsche Nationalspieler Patrick Franziska, der eigens am Freitag in der Champions League mit Blick auf Ochsenhausen geschont worden war, zweimal nach Sätzen gegen Simon Gauzy, der jedoch auch nach dem 10:12 im dritten Durchgang nicht die Ruhe und Konzentration verlor. Er egalisierte und zog im Entscheidungssatz auf 10:6 davon, doch sein Gegner konnte vier Matchbälle abwehren. Bei 11:10 hatte Gauzy einen weiteren Matchball und den verwandelte er. Teil eins des Sonntagskrimis, weit besser als jeder „Tatort“, war gemeistert, Teil zwei folgte sogleich.

 

Gegen den ehemaligen Ochsenhausener Tiago Apolonia hatte Hugo Calderano nämlich keinen leichten Stand – jeder der fünf Sätze war extrem umkämpft, keiner wurde mit mehr als zwei Punkten Differenz entschieden. Zunächst sah es so aus, als würde der Portugiese das Rennen machen, der in den ersten beiden Durchgängen das bessere Ende mit 13:11 und 11:9 auf seiner Seite hatte. Doch der 21-jährige Brasilianer resignierte nicht und bog dass spannende Match noch um. Mit 11:9, 11:9 und 12:10 in den Sätzen drei bis fünf brachte er dem extrem wichtigen zweiten Punkt für die TTF unter Dach und Fach.

 

2:0 – ein vielversprechender Zwischenstand zur Pause, doch der Erfolg war noch längst nicht in trockenen Tüchern. Kristijan Pejinovic: „Natürlich war das 2:0 schon eine kleine Vorentscheidung zu unseren Gunsten, dennoch habe ich in der Pause davor gewarnt, zu glauben, das Ding wäre schon durch.“

 

Man hatte sich einige Gedanken gemacht, wen man als Nummer drei aufbieten sollte. Dubravko Skoric hatte sich schließlich für Yuto Muramatsu entschieden, der gegen Wels eine ganz passable Leistung geboten hatte und nach längerer Durststrecke gerade wieder im Kommen ist. Und diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Der vor zwei Wochen 21 gewordene Japaner zeigte nämlich gegen Saarbrückens Routinier Bojan Tokic, der an sich sehr gut gegen Abwehr spielt, eine hervorragende Leistung. Nur im zweiten Satz hatte sein Gegner leichtes Oberwasser, in den übrigen drei Durchgängen dominierte Muramatsu klar und sicherte den TTF den wichtigen Auswärtssieg.

 

„Das war für Yuto ganz wichtig und natürlich erst recht für das ganze Team“, sagte Pejinovic. „Normalerweise ist Tokic der Rettungsring für Saarbrücken, aber Yuto hat heute mit dem 2:0 im Rücken sehr sicher gespielt und kaum eine Schwäche gezeigt. Wir haben mit ihm heute einen etwas riskanten Joker gespielt und wurden belohnt.“

 

Daniel Zwickl sagte: „Wir sind sehr glücklich, das war unser drittes Spiel in dieser Woche und das schwerste. Das war top von den Jungs, daraus können sie viel Selbstvertrauen schöpfen, sie haben das mental sehr gut gemacht und viel Energie und Leidenschaft gezeigt.“ Der TTF-Sportmanager ist überzeugt, dass die Mannschaft ihr Limit noch nicht erreicht hat: „Wenn wir weiter so gut trainieren und den Schwung der letzten Spiele mitnehmen, wird es im Lauf der Saison noch besser, da bin ich mir sicher.“

 

Auch der Vereinspräsident ist zuversichtlich. „Nun kann die Aufholjagd beginnen, auch wenn es nicht einfach wird, oben reinzukommen, da eben auch Teams wie Mühlhausen und Bremen diese Saison richtig stark sind.“ Pejinovic freute sich auch über die gelungene Generalprobe fürs Final Four: „Wir haben damit ein Zeichen gesetzt, dass wir sie auch beim Liebherr Pokal-Finale schlagen können, aber schwer wird es trotzdem. Man hat ja gesehen, wie eng es heute zugegangen ist. Man kann jedenfalls gespannt sein auf ein fantastisches Halbfinale.“

 

Am kommenden Sonntag empfangen die TTF den punktgleichen Tabellenbachbarn ASV Grünwettersbach, der in dieser Saison deutlich stärker ist als im Vorjahr. Es wird also kein Selbstläufer, doch die TTF sind optimistisch, auch diese Hürde zu nehmen.

 

 

Das Spiel im Überblick

Patrick Franziska – Simon Gauzy 2:3 (11:7, 5:11, 12:10, 7:11, 10:12)

Tiago Apolonia – Hugo Calderano 2:3 (13:11, 11:9, 9:11, 9:11, 10:12)

Bojan Tokic – Yuto Muramatsu 1:3 (6:11, 11:9, 4:11, 5:11)

 

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