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TTF kommen unter die Räder: 0:3 gegen Düsseldorf

Was hatte man sich in Ochsenhausen auf das Spitzenspiel des 2. Bundesligaspieltags gegen Borussia Düsseldorf gefreut. Und hätte noch lieber die komplette Truppe des Rekordmeisters, also mit dem heute fehlenden Timo Boll, empfangen. Dass die TTF Liebherr Ochsenhausen am Ende der Truppe aus dem Rheinland, die man letzte Saison zweimal geschlagen hatte, nach gerade einer Stunde und 38 Minuten zu einem glasklaren 3:0-Erfolg würden gratulieren müssen, hätte wohl kaum einer gedacht. Auch die gut 450 Fans in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle waren nicht gerade positiv überrascht. Allgemein hatte man damit gerechnet, den Schwung vom Pokalsieg in Grenzau mitzunehmen und der Borussia einen heißen Tanz zu liefern. Doch der fand – das muss man ehrlich zugeben – nicht annähernd statt. Mit einem einzigen gewonnenen Satz aus einem solchen Topspiel herauszugehen, ist mehr als unbefriedigend.

 

Die Geschichte der diesmal leider einseitigen Partie ist rasch erzählt. Hugo Calderano, in den letzten Wochen stark, fand gegen den sehr gut aufgelegten Ex-LMC-Studenten Anton Källberg nur selten zu seinem Rhythmus und unterlag in drei engen Sätzen (11:13, 9:11, 9:11). Der angekündigte heiße Tanz war in diesem Match wenigstens in Nuancen erkennbar.

 

Was Simon Gauzy dann aber gegen Kristian Karlsson, den zweiten Schweden im Gästeteam, ablieferte, war weit unter seinem normalen Niveau. Gauzy, der Karlsson auf internationalen Turnieren schon geschlagen, aber auch das eine oder andere Mal gegen ihn knapp verloren hat, kam gar nicht ins Spiel und unterlag mehr als deutlich (6:11, 8:11, 2:11).

 

Joao Geraldo, der abermals den Vorzug vor Yuto Muramatsu und Jakub Dyjas, der an leichten Hüftproblemen laborierte, erhalten hatte, stand beim Zwischenstand von 0:2 in seinem Match gegen den Weltranglisten-23. Stefan Fegerl natürlich mit dem Rücken zur Wand. Der TTF-Portugiese spielte nicht schlecht und gewann auch den ersten Satz. Aber um Fegerl zu besiegen, reichte es nicht – der hagere Österreicher behielt mit 3:1 die Oberhand. Die Messe war gelesen, das Match des für Hugo Calderano eingewechselten Yuto Muramatsu gegen Kristian Karlsson war somit obsolet.

 

Kristian Pejijnovic reagierte mehr als enttäuscht: „Mir fallen zum heutigen Geschehen zwei Worte ein: Demonstration und beschämend“. Es sei, so der TTF-Präsident, „eine Demonstration von soliden, aber keineswegs überragenden Düsseldorfern, die nicht einmal in Bestbesetzung angetreten sind“, gewesen, „von denen wir uns haben vorführen lassen“, was er nur als „beschämend“ bezeichnen könne. „Die ersten beiden Spiele waren nichts“, so Pejinovic weiter. „Emotionslos, ideenlos, kraftlos, so wirkte das“, stellte der TTF-Chef fest. „Und so kann man nicht in ein solches Spitzenspiel gehen, das war einfach zu wenig, auch wenn Hugo wenigstens dran war, während Simon neben der Spur war und der Kopf woanders gewesen zu sein schien.“ Lediglich die Nummer drei, Joao Geraldo, kam einigermaßen gut weg: „Joao hat ganz gut gespielt und das abgerufen, was er zurzeit kann, er hat einige super Punkte gemacht, doch die kleinen eben nicht und die entscheiden halt solche Spiele.“ Pejinovic stellte abschließend nochmals klar: „Wir haben Gesprächsbedarf. So darf man nicht verlieren, so darf man sich gerade zu Hause auch von einem starken Gegner nicht abschlachten lassen, also muss man sich zusammensetzen und Tacheles reden. Ich erwarte, dass jetzt ein Ruck durch die Mannschaft geht!“

 

 

Es mag wie eine Binsenweisheit klingen, aber die Saison ist tatsächlich noch sehr lang und es kann noch sehr, sehr viel passieren. Noch ist der schwache Start in die Runde locker auszubügeln und noch kann man alle Saisonziele erreichen. Letzte Saison um dieselbe Zeit war mit dem Pokal-Aus dagegen bereits eines verfehlt, dafür war man gut in die Liga gestartet, wobei ein mäßiger Start in die Runde eben leichter zu kompensieren ist als eine Pokalniederlage.

 

Auch die Formkurve einiger zurzeit schwächelnder TTF-Leistungsträger wird wieder nach oben gehen, vielleicht schneller als mancher denkt. Es gibt einiges zu tun, und die jungen Spieler müssen hart und zielgerichtet an sich arbeiten, für die es eine völlig neue Erfahrung ist, sich die Tabelle als Vorletzter von unten anzuschauen. Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Trübsal oder gar Resignation sind nicht angesagt, wohl aber Klartext, Selbstkritik und Arbeit, viel Arbeit.

 

TTF Liebherrr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 0:3

Hugo Calderano – Anton Källberg 0:3 (11:13, 9:11. 9:11)

Simon Gauzy – Kristian Karlsson 0:3 (6:11, 8:11, 2:11)

Joao Geraldo – Stefan Fegerl 1:3 (11:9, 8:11, 7:11, 8:11)

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