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TTF kommen unter die Räder: 0:3 im ersten Play-off-Halbfinale

Das hatte man sich anders vorgestellt. Nach gerade einmal zwei Stunden und 15 Minuten mussten die TTF Liebherr Ochsenhausen ihrem Halbfinal-Rivalen aus Fulda-Maberzell zu einem glatten 3:0-Auswärtssieg gratulieren. Schon deshalb ungewöhnlich, weil es bisher immer extrem knapp zuging, wenn beide Klubs die Klingen kreuzten.

 

Nun Fulda war bärenstark und hat verdient gewonnen, dennoch haben sich die TTF kalt erwischen und unter Wert schlagen lassen. 0:3 und 1:9 Sätze – nach dem alten Play-off-Modus wäre man damit so gut wie ausgeschieden. Nach dem neuen schaut das gottseidank etwas anders aus. Ein Sieg im Rückspiel – und sei er noch so knapp - und alles begänne wieder bei Null im dritten Play-off-Match, das dann wieder in Ochsenhausen ausgetragen würde.

 

Dies sich vor Augen zu halten, ist ganz wichtig für die jungen Ochsenhausener Spieler. Nicht lange über die Schlappe nachzudenken und es am kommenden Samstag (17 Uhr) in der Fuldaer Hubtex Arena besser zu machen, um in der Play-off-Serie zu egalisieren – das muss die Devise sein. Für negative Gedanken oder gar Weltschmerz ist nicht der richtige Augenblick, wo letztlich noch alles möglich ist.

 

Allerdings hat der fehlerlose Auftritt der Osthessen in der Dr.-Hans-Liebherr-Hale gezeigt, dass es einer richtig starken Leistung bedarf, um die Angelegenheit noch zu drehen. Doch die Truppe von Dubravko Skoric hat großes Potenzial, das weiß jeder – nur muss sie es nun auch abrufen, und zwar auf den Punkt. Borussia Düsseldorf, das nach dem 3:1 gegen Saarbrücken im anderen Play-off auf Finalkurs ist, hofft im Übrigen inständig, dass ihr Lieblingsgegner Fulda die jungen Wilden aus Ochsenhausen aus dem Weg räumen möge, vor denen man großen Respekt hat.

 

Das richtungsweisende Match sahen die Fans bereits zu Beginn. Yuto Muramatsu und Ruwen Filus lieferten sich ein Defensivduell auf höchstem Niveau, leider ohne Happyend für Ochsenhausens Japaner, der dicht dran war, aber beim 19:21 (!), 10:12, 10:12 einfach nicht das nötige Quäntchen Glück hatte. Damit baute Filus seine Bilanz gegen die TTF in dieser Saison auf sage und schreibe 5:0 aus. TTF-Präsident Kristijan Pejinovic: „Yuto hatte viel Pech, das Spiel war auf des Messers Schneide und lief einfach unglücklich. Überhaupt waren die „kleinen“ Punkte, die ein solches Play-off-Match entscheiden, heute alle auf Fuldas Seite.“

 

Eigentlich war eingeplant, dass Simon Gauzy gegen Wang Xi für den Ausgleich sorgen sollte, schließlich hatte der TTF-Franzose Maberzells Chinesen mit deutschem Pass die letzten beiden Male gut beherrscht. Doch der Gegner hatte sich taktisch etwas einfallen lassen, wohl wissend, dass Gauzy mit reinem Defensivspiel kaum zu bremsen sein würde. Also ergriff Wang überraschend für die Ochsenhausener und für Gauzy die Initiative und griff an, wo immer es möglich war – und er traf. Pejinovic: „Es war Simon anzusehen, dass Wangs Systemumstellung ihn überrascht hat, er wirkte immer wieder erstaunt.“ Dass ein Defensivspieler sein Heil im Angriff sucht, wenn sonst keine Taktik fruchtet, ist nichts Ungewöhnliches, das kennt jeder Tischtennisspieler. Dass er aber ein solches Spiel, das ja eigentlich nicht sein Ding ist, bis zum Ende durchhält - nur im zweiten Satz war Gauzy obenauf - und zum Schluss hin sogar immer besser dabei wird (Pejinovic: „Er hat keine kleinen Fehler gemacht“), ist schon ungewöhnlich.

 

So musste Jakub Dyjas, der schwierige Wochen durchlaufen aber recht gut trainiert hatte, gegen den Dänen Jonathan Groth mit einem 0:2-Rückstand in die Box. Der 21-jährige Pole fand nicht in sein Spiel und musste alle drei Sätze seinem nervlich stabiler wirkenden Gegner überlassen. Die Messe war gelesen.

 

Kristijan Pejinovic bilanzierte: „Wir waren gut vorbereitet und mental wie körperlich eigentlich gut drauf. Die Jungs hatten zwei Wochen sehr intensiv trainiert, aber Fulda war heute eben einen Ticken besser. Kein Grund, die Köpfe hangen zu lassen. Wir können von Glück sagen, dass es das neue Play-off-System gibt und wir noch die Chance haben, alles auszubügeln.“ Von daher rät der TTF-Präsident den Spielern: „Eigentlich müssten die Jungs gleich wieder in die Trainingshalle, jetzt gilt es, sich nochmals besonders gut vorzubereiten und unbedingt das dritte Spiel zu sichern.“ Er fügt hinzu: „Zufrieden kann man natürlich nicht sein, das lief heute alles andere als zufriedenstellend und nicht gerade sehr aufbauend für das Rückspiel. Doch nun erwarte ich eine Trotzreaktion, da müssen wir jetzt durch, ohne Wenn und Aber.“

 

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 0:3

Yuto Muramatsu – Ruwen Filus 0:3 (19:12, 10:12, 10:12)

Simon Gauzy – Wang Xi 1:3 (8:11, 11:7, 1:11, 5:11)

Jakub Dyjas – Jonathan Groth 0:3 (8:11, 9:11, 7:11)

 

Play-off-Halbfinale

1. Spiel

TTF vs. Fulda 0:3

2. Spiel

Fulda vs. TTF

Samstag, 15.04.2017 um 17:00 Uhr, Hubtex Arena

3. Spiel (falls es nach zwei Partien 1:1 steht)

TTF vs. Fulda

Samstag, 29.04.2017, 15:00 Uhr, Dr. Hans-Liebherr-Sporthalle

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