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TTF unter Siegzwang

Sonntag, 15 Uhr: TTC Schwalbe Bergneustadt – TTF Liebherr Ochsenhausen

 

Man spricht so gerne von zukunftsweisen, richtungsweisenden oder wegweisenden Spielen - und bisweilen ist es leicht übertrieben. Wenn wir allerdings von einem bevorstehenden richtungsweisenden Wochenende für die Mannschaft der TTF Liebherr Ochsenhausen sprechen, dann ist das Realismus in Reinkultur.

 

Zunächst am Freitag das Champions-League-Heimspiel gegen La Romagne, das kleine Finale um den Gruppensieg, dessen Verlierer mit Pech am Ende sogar ganz leer ausgehen könnte, und dann zwei Tage darauf ein Bundesligaspiel, das schlicht und einfach nicht verlorengehen darf, weil die Play-offs sonst in zu weite Ferne rücken würden.

 

Das hat sich die junge Truppe aus Oberschwaben letztlich selbst eingebrockt. Hätte man nicht vor heimischer Kulisse gegen zugegeben an diesem Tag bärenstarke Grenzauer knapp verloren, könnte man um einiges lockerer zu den Bergneustädter Schwalben ins Bergische Land fahren.

 

Durch jene Niederlage fielen die TTF wieder auf einen Nicht-Play-off-Platz zurück. Mit 8:8 Punkten stehen sie nun auf Rang sechs der Tabelle, vor ihnen vier Mannschaften, die zwei Zähler mehr auf dem Konto haben, nämlich Mühlhausen, Bremen, Saarbrücken und Fulda. Lässt man einmal die uneinholbaren Düsseldorfer außer Acht, bedeutet dies, dass man von den Teams auf den Plätzen zwei bis fünf zwei überflügeln muss. Bei noch zehn ausstehenden Partien ist das natürlich noch machbar, aber weitere Ausrutscher wären in dieser Saisonphase beinahe tödlich.

 

Nun gastiert man also zum Abschluss der Vorrunde beim Tabellenvorletzten, doch das ist mit äußerster Vorsicht zu genießen, da die Schwalben nominell eine sehr gute Mannschaft haben, eigentlich um die Play-offs mitspielen wollten und eine Reihe knapper, unglücklicher Niederlagen hinnehmen mussten. Und wozu in dieser extrem ausgeglichenen Liga die Teams aus dem hinteren Tabellenbereich fähig sind, haben zuletzt eben die Grenzauer in Ochsenhausen oder die Bad Königshofener bei ihrem Sensationssieg in Düsseldorf gezeigt.

 

In der Gummersbacher SCHWALBE-Arena, jedem Sportfan in Deutschland durch hochklassige Handballspiele des Kultklubs VfL Gummersbach bekannt, müssen die Schützlinge von Dubravko Skoric am Sonntag in einer eminent wichtigen Partie beweisen, dass sie auch hohem Druck standhalten können. Ein heißer Tanz steht ihnen bevor. Ein Sieg muss her, um den Anschluss an das genannte Quartett nicht zu verlieren. In der Saison 2016/17 konnte man beide Partien gegen die Schwalben gerade so mit 3:2 für sich entscheiden, die Spiele standen auf des Messers Schneide.

 

Am ersten Rückrundenspieltag (10.12.) muss man zum Jahresabschluss zu Angstgegner Fulda-Maberzell, es wird also nach Bergneustadt nicht einfacher sondern schwerer.

 

Mit dem von Düsseldorf gekommenen Kamal Sharath Achanta hat der TTF-Gegner eigentlich eine richtig gefährliche Nummer eins verpflichtet, doch bei dem 35-jährigen Inder, auf Platz 45 der aktuellen Weltrangliste geführt, läuft es bisher noch nicht rund (Bilanz: 0:4). Positiv (8:6) steht dagegen der 23-jährige deutsche Nationalspieler Benedikt Duda, der sich auch international immer mehr in den Vordergrund spielt (Weltrangliste Platz 43). Die Nummer drei ist der hochgewachsene Siegerländer Steffen Mengel, ein schon aufgrund seines immensen Kampfgeists nie zu unterschätzender Gegner. Mengel ist, wie Achanta, noch nicht richtig in der Saison angekommen (Bilanz: 1:6), doch der Knoten kann beim Deutschen Einzelmeister des Jahres 2013 jederzeit platzen – der 29-Jährige ist im Übrigen im aktuellen ITTF-Ranking auf Platz 84 notiert.

 

Und an vier finden wir mit dem 26-jährigen Spanier Alvaro Robles einen guten Bekannten, der als ständiger Sparringspartner zur Ochsenhausener Trainingsgruppe gehört und die TTF-Spieler so gut kennt wie seine eigene Westentasche. Der hagere Südeuropäer hat bisher dreimal gewonnen und sechsmal verloren, international ist er gerade auf der Überholspur und im aktuellen Welt-Ranking bereits die Nummer 63. Mann für besondere Fälle ist der erfahrene slowakische Nationalspieler Peter Sereda, eigentlich die Nummer eins der 2. Mannschaft drei Klassen tiefer, der bei seinem bisher einzigen Saisoneinsatz in der TTBL mal eben Düsseldorfs Kristian Karlsson besiegte. Der 33-Jährige ist die derzeitige Nummer 161 der Welt.

 

Klingt alles richtig gefährlich und ist es auch, sofern der Gegner sein Potenzial ausschöpft, was ihm in dieser Saison erst zweimal, bei den Siegen in Grünwettersbach und gegen Bad Königshofen, gelang. Das müssen die TTF am Sonntag verhindern und ihr Spiel durchziehen, koste es was es wolle. Bange machen gilt nicht, da müssen die TTF-Asse, die ja auch reichlich Klasse in ihren Reihen haben, nun durch, auch wenn man derzeit kräftemäßig leicht durchhängt.

 

„Wir haben gesehen, dass sich die Energiereserven bei den Spielern, speziell bei den Champions-League-Teams, dem Ende zuneigen – umso gefährlicher wird das Spiel in Bergneustadt für uns werden“, sagt Kristijan Pejinovic. „In den letzten Begegnungen haben wir uns mit Bergneustadt immer sehr schwer getan und hinzu kommt noch das Spiel gegen La Romagne, welches viel Substanz gekostet hat“, so der TTF-Präsident. „Wir müssen schauen, wie unsere Jungs mit diesem langen Wochenende umgehen werden“, fährt Pejinovic fort. „Eines ist aber sicher: Die Punkte müssen nach Ochsenhausen geholt werden!“

 

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