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TTF wollen Aufwärtstrend beim Liganeuling bestätigen

Sonntag, 15 Uhr: TSV Bad Königshofen – TTF Liebherr Ochsenhausen

 

Nach zuletzt sechs erfolgreichen Spielen in Serie – drei in der TTBL, zwei in der Champions League und eines im Pokal – sieht die Welt für die TTF Liebherr Ochsenhausen derzeit recht positiv aus. Man hat einen Lauf und möchte in der Bundesliga die Aufholjagd nach bescheidenem Saisonstart fortsetzen.

 

Die Spieler sind zudem alle wieder fit und haben sich vergangene Woche bei den German Open unter den Besten der Welt erprobt, wobei die Leistungen des in letzter Zeit mit großer Spielfreude agierenden Simon Gauzy und des gerade wieder richtig in die Spur kommenden Jakub Dyjas tadellos waren. Letzterer hat auch diese Woche bei den Swedish Open in Stockholm aufgeschlagen. Allerdings musste er nach klar gewonnener Qualifikationsgruppe in der Zwischenrunde das Aus gegen Grenzaus Kasachen Gerassimenko hinnehmen – vermeidbar aber nicht allzu tragisch, ging es für den 22-jährigen Polen doch in erster Linie darum, nach längerer Verletzungspause weitere Wettkampfpraxis zu sammeln.

 

Doch das sind alles Momentaufnahmen. Was immer zählt, ist das nächste Spiel. Und das ist von größter Wichtigkeit. Eine Niederlage am 7. Spieltag wäre fatal und würde die junge Truppe aus Oberschwaben, die sich gerade vorsichtig an die Play-off-Regionen herantastet, aber noch immer erst bei 6:6 Punkten angekommen ist, empfindlich zurückwerfen.

 

TSV Bad Königshofen: Keine graue Maus der Liga

 

Und der Gegner kann etwas, auch wenn er ein Newcomer in der Tischtennis Bundesliga ist. Der TSV Bad Königshofen aus dem unterfränkischen Kreis Rhön-Grabfeld ist ambitioniert und möchte etwas entwickeln. Zwei Jahre dominierte man die 2. Bundesliga fast nach Belieben, nahm den Aufstieg aber erst wahr, als alles passte und die Voraussetzungen günstig waren. Mit einer sehr jungen Mannschaft möchte man sich Schritt für Schritt im Oberhaus akklimatisieren in einer Saison, in der der Druck nicht allzu groß ist, da es keinen Absteiger geben wird. Und es scheint schneller zu gelingen als es gedacht war.

 

Zwar ist der TSV momentan nur Tabellenvorletzter, dennoch hat man mit guten Leistungen bereits Akzente setzen können und noch keine einzige Partie mit 0:3 verloren. Im Gegenteil hat man Teams wie Saarbrücken und zuletzt Bergneustadt, gegen die es knappe 2:3-Niederlagen gab, mächtig ärgern können und gegen Grenzau souverän den ersten TSV-Sieg in der Bundesligageschichte einfahren können.

 

Der 20-jährige Japaner Mizuki Oikawa, mit knappen 1,60 Metern Körpergröße und 55 Kilo ein Fliegengewicht, führt die Königshofener Crew an. Doch am Tisch kann der World-Tour-erprobte Asiate, in Magdeburg im U21-Finale der German Open, durchaus zum Riesen werden und hat in der TTBL bereits Hochkaräter wie Bojan Tokic und Patrick Franziska geschlagen. Dennoch spielt der Weltranglisten-76. noch zu wechselhaft, was seine derzeitige 3:7-Bilanz erklärt.

 

Die Nummer zwei ist der 21-jährige DTTB-Jungnationalspieler Kilian Ort (Weltrangliste Platz 161), ein Eigengewächs des Vereins, um den herum man in den letzten Jahren stets die Mannschaft „gebaut“ hat, da der lokale Bezug und die Förderung der eigenen Talente den Unterfranken überaus wichtig sind. In der ersten Liga ist Ort noch nicht so ganz angekommen, wovon seine momentane 1:6-Bilanz zeugt.

 

Anders die Nummer drei, die ebensogut die Nummer eins oder zwei sein könnte, und mit deren Verpflichtung man ein richtig gutes Händchen bewiesen hat. Der 19-jährige Slowene Darko Jorgic, auf Weltranglistenplatz 120 bei starker Tendenz nach oben notiert, hat in der besten Liga Europas gleich prima eingeschlagen. Jorgic, sicher eines der größten Talente des Kontinents, steht auf Anhieb mit einer tollen 5:3-Bilanz da und hat bisher Szöcs, Groth, Cioti, Gerassimenko und Duda bezwungen. Gegen ihn werden auch die TTF-Asse ganz besonders auf der Hut sein müssen.

 

Und dann gibt es noch einen Mann für alle Fälle, einen in der Bayernliga „geparkten“ japanischen Abwehrspieler namens Koudai Hiraya, den keiner außer den Bad Königshofenern selbst wirklich kennt, der keine World Tour spielt, in keiner Weltrangliste auftaucht und sich dem Vernehmen nach gerade auf eine Trainerkarriere vorbereitet. Da Not am Mann war, warf der japanische TSV-Trainer Koji Itagaki jenen Koudai Hiraya gegen Grenzau in den Ring - und der besiegte mal eben den Weltranglisten-33. Kou Lei und riss mehr als 700 Fans zu Beifallsstürmen hin.

 

Selbstbewusst aber mit dem nötigen Respekt nach Unterfranken

 

Der Gastgeber hat gegen die TTF also nichts zu verlieren und kann so oder so erhobenen Hauptes die Halle verlassen, während der Gast aus Oberschwaben letztlich zum Siegen verdammt ist und weitaus mehr Druck standzuhalten hat. Auch wenn bei den TTF alle Spieler an Bord, top motiviert und voller Selbstvertrauen sind und Cheftrainer Dubravko Skoric die Qual der Wahl hat, weiß man, dass es keinen lockeren Sonntagsspaziergang in unterfränkischer Idylle geben wird. Vielmehr werden eine gute Moral, Kampfgeist und spielerische Akzente gefordert sein, um die nächsten beiden Punkte gegen ein steigerungs- und begeisterungsfähiges Team vor großer, lautstarker Kulisse einzusacken.

 

Kristijan Pejinovic hält den Neuling für eine Bereicherung der Liga: „Ich freue mich persönlich sehr auf die Premiere in Bad Königshofen. Der Klub macht einen sehr ehrgeizigen und ambitionierten Eindruck. Sie haben ein sehr junges und hungriges Team, das noch ausbaufähig ist.“ Bad Königshofen hat grundsätzlich volle Hütte mit 700 Zuschauern, die wie ein Mann hinter ihren Idolen stehen. Auch gegen den Kultklub aus Oberschwaben dürfte es selbst einer Maus schwerfallen, noch ein Plätzchen zu finden. Davor hat auch der TTF-Präsident Respekt: „Wir müssen vorsichtig an das Spiel herangehen, da der TSV selber nichts zu verlieren hat. Sie können daheim vor gefüllten Rängen und angepeitscht von ihren Fans frei aufspielen. Wir selber sind immer noch auf der Aufholjagd und sollten mit möglichst weißer Weste und Punkten nach Ochsenhausen zurückkehren.“ Immerhin ist die personelle Lage bei den TTF zurzeit recht entspannt. „Das Team ist fit und alle Spieler einsatzbereit“, so Pejinovic. „Wir hoffen, dass wir in dieser Konstellation nun auch die restliche Saison - nach diesem schweren und steinigen Start - bestreiten können und der Trainer auch künftig aus dem Vollen schöpfen kann.“

 

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