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Wie im Hinspiel: TTF verlieren Bundesliga-Krimi in Fulda mit 2:3

Nun, man sagt ja, dass eine gute Generalprobe eine schlechte Aufführung zur Folge hat – und nicht selten trifft das sogar zu. Und die Generalprobe der TTF war zwar nicht übel, die der Maberzeller bei ihrem neuerlichen 3:2-Sieg jedoch nahezu perfekt. Mal schauen, ob sie das nochmal oder gleich zweimal wiederholen können und ob Ruwen Filus, der wie schon im Hinspiel Matchwinner der Osthessen war, auch in den Play-off-Halbfinals auf einem derart hohen Niveau spielen kann.

 

TTF-Präsident Kristijan Pejinovic: „Es war mal wieder Filus mit dem kleinen, feinen Unterschied. Dennoch war es keine schlechte Generalprobe von uns, selbstverständlich aber noch steigerungsfähig. Schau’n wir mal, ob es Filus in den nächsten beiden Spielen auch wieder gelingt, so aufzutrumpfen, oder ob wir das geeignete Mittel gegen ihn finden.“

 

10:10 Sätze, 184:187 Bälle zugunsten Fuldas – es war wieder so eng wie fast immer, wenn die beiden alten Rivalen aufeinandertreffen. Vor 650 Fans in der rappelvollen HUBTEX Arena entwickelte sich der fast schon erwartete Krimi. Erneut erlebte man drei Stunden und 45 Minuten Kampf bis aufs Messer, diesmal jedoch nur zweimal die Konstellation Angriff vs. Abwehr, dafür weitere zwei Male die noch seltenere Konstellation Abwehr gegen Abwehr – im Hinspiel waren alle fünf Matches Duelle Angriff vs. Abwehr gewesen.

 

Die Chronologie des Matchs: Spannung bis zum letzten Satz

 

Gleich zu Beginn die erste Herausforderung für beide Kontrahenten – Defensivspieler lieben es in aller Regel nicht, gegen Ihresgleichen zu spielen. Doch Ochsenhausens Yuto Muramatsu hatte mit dieser Konstellation sichtlich weniger Probleme als Fuldas Markenzeichen Wang Xi, und zeigte eine wohldosierte Mischung aus Schnittabwehr und Angriffsschlägen. Sein Sieg war eine klare Sache. TTF-Sportmanager Daniel Zwickl: „Yuto hatte gegen Wang schon bei den Czech Open gewonnen. Er hat in den letzten zwei Wochen gut trainiert und wir wollten testen, wie weit er ist. Er hat in beiden Matches gut gespielt.“

 

Doch dann wieder der Filus-Effekt – wie schon im Hinspiel, mit Wang Xi kommen die Ochsenhausener Asse gut zurecht, mit Filus eben nicht so, bei vielen anderen Teams ist es umgekehrt, die eher Wangs Defensivspiel fürchten. Filus besiegte Simon Gauzy in vier Sätzen, der zwar den ersten Durchgang gewann, danach jedoch weitgehend chancenlos blieb.

 

Nach der Pause das vorentscheidende Match zwischen dem Dänen Jonathan Groth und dem ins Team gerückten Joao Geraldo. Doch im Linkshänder-Duell vermochte der 21-jährige Portugiese, der natürlich noch Trainings- und Wettkampfrückstand hat, den guten Eindruck vom New Horizons Masters acht Tage zuvor nicht zu bestätigen. Zwar gewann er den ersten Durchgang noch in der Verlängerung, verlor dann jedoch den Faden: 1:3 aus Sicht des Ochsenhauseners und 1:2 aus Sicht der Mannschaft. Daniel Zwickl: „Es war kein sehr gutes Match, beide kamen von einer Verletzungspause zurück, die größere Erfahrung Groths hat sich durchgesetzt. Bei Joao hat am Ende der letzte Tick gefehlt. Wir freuen uns jedenfalls, dass er wieder zurück ist.“

 

Simon Gauzy musste folglich im Spitzeneinzel Wang Xi schlagen – und das tat er auch, genau wie im Hinspiel, und das relativ souverän. Jetzt mussten erneut zwei Defensivkünstler an den Tisch, um die Entscheidung herbeizuführen. Muramatsu vs. Filus lautete die Partie und beide zeigten, dass sie auch vor Spielern keinen Bammel haben, die ein ähnliches System praktizieren. In diesem „super Spiel von beiden, bei dem das Zuschauen sehr interessant war“ (Daniel Zwickl), gewann Filus die ersten beiden Sätze, doch Muramatsu blieb am Ball und erkämpfte sich die Durchgänge drei und vier. Der Entscheidungssatz war fällig und da lag der Maberzeller rasch mit 3:0 vorne – und das ist bei einem solchen Match, in dem jeder Punkt schwer erkämpft werden muss, eine heftige Hypothek, zumal die Fuldaer Fans natürlich jeden guten Ball von Filus frenetisch feierten. Mit 6:11 ging der Satz weg, somit das Match und die gesamte Partie, die eigentlich keinen Sieger verdient hatte – doch Unentschieden gibt es bekanntlich in der TTBL nicht.

 

Daniel Zwickl war dennoch nicht traurig: „Es war wieder sehr eng, die Jungs haben super gekämpft und das Niveau war von beiden Seiten sehr gut. Bei Fulda war besonders Filus wieder sehr stark. Die Niederlage ist nicht so tragisch, wie freuen uns jetzt auf die Play-offs gegen diesen Gegner.“

 

TTF können noch Zweiter werden

 

Durch die Niederlage sind die am 18. und letzten Spieltag am kommenden Sonntag spielfreien Oberschwaben auf Tabellenplatz drei zurückgefallen. Mit 22:10 Punkten weisen sie zwei Minuspunkte mehr auf als der neue Zweite Fulda-Maberzell. Verlieren die Hessen jedoch kommenden Sonntag in Düsseldorf, das durch seinen heutigen 3:2-Sieg in Mühlhausen als Sieger der Punktrunde feststeht, beenden die TTF die Runde als Nummer zwei, da sie die bessere Spieledifferenz aufweisen.

Als vierter Play-off-Teilnehmer hat sich heute im Übrigen – wie erwartet – der 1. FC Saarbrücken-TT qualifiziert, der mit 3:0 in Bergneustadt glatt gewann. Die Saarländer könnten nach Punkten auch noch mit den TTF und Fulda gleichziehen, haben aber die mit Abstand schlechteste Differenz der Spiele und werden daher definitiv Tabellenvierter bleiben.

 

Damit ist es fix: In den Play-off-Halbfinals im April werden sich Düsseldorf und Saarbrücken sowie Fulda-Maberzell und die jungen Asse aus Oberschwaben gegenüberstehen. Unklar ist eben nur noch, wer Platz zwei schafft und sich damit das von beiden angestrebte Rückspiel vor heimischer Kulisse sichert.

 

 

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell - TTF Liebherr Ochsenhausen 3:2

Wang Xi – Yuto Muramatsu 0:3 (7:11, 8:11, 6:11)

Ruwen Filus – Simon Gauzy 3:1 (11:8, 11:8, 6:11, 11:7)

Jonathan Groth – Joao Geraldo 3:1 (13:15, 11:7, 11:8, 11:4)

Wang Xi – Simon Gauzy 1:3 (10:12, 9:11, 11:5, 3:11)

Ruwen Filus – Yuto Muramatsu 3:2 (12:10, 11:6, 6:11, 8:11, 11:6)

 

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