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Zehn Fragen an TTF-Trainer Dubravko Skoric

Dubravko Skoric geht mit den TTF Liebherr Ochsenhausen als Cheftrainer in sein zweites Bundesligajahr. Der Tischtennislehrer aus Kroatien, der seinen früheren Klub Royal Villette Charleroi zu fünf Champions-League-Titeln führte, hatte in seiner ersten Saison in Oberschwaben keinen leichten Stand, das Team brauchte lange, um zusammenzufinden. Doch in der zweiten Saisonhälfte lief es besser als in der ersten, die Meisterschafts-Play-offs und die so wichtige Qualifikation für die Champions League wurden im Zielfinish erreicht. Nun werden die Karten neu gemischt, Skoric will mit Ochsenhausen erneut angreifen. Wir sprachen mit dem renommierten Trainer einen Monat vor dem TTBL-Auftakt.

1. Wie war Ihr erstes Jahr in Deutschland und Ochsenhausen?

D. Skoric: „Wie erwartet haben die Menschen in unserem Verein alles dafür getan, dass meine Familie und ich uns in Deutschland, und natürlich speziell hier in Ochsenhausen, willkommen fühlen und gut einleben konnten.“

2. Weshalb war die letzte Saison so schwierig für die TTF-Mannschaft? Es sah so aus als hätten die Spieler viel Zeit benötigt, um zu einem wirklichen Team zusammenzuwachsen.

„Jeder neue Spieler bringt viel Positives ein, zeigt am Tisch aber auch seine negativen Seiten. Wir brauchten letzte Saison zu viel Zeit, um uns damit auseinanderzusetzen. Wir haben nicht begonnen, wie wir uns das erhofft hatten. Wir haben mehr mit uns selbst gekämpft als mit unseren Gegnern. Das war aber nicht ganz umsonst im Sinne eines Erkenntnisprozesses, ich habe daraus meine Lehren gezogen und werde darauf hinwirken, dass wir diesmal schneller eine gute, positive Atmosphäre bekommen.“

3. Waren Sie letzte Saison manchmal arg enttäuscht, wenn es nicht optimal lief?

“Enttäuschung ist nicht das richtige Wort. Ich meine, wir haben manche einzelnen Matches zu schnell und zu naiv verloren. Vielleicht wollten wir zu viel zu schnell erreichen und haben uns selbst zu stark unter Druck gesetzt. Manche Spiele haben wir weniger wegen der Qualität der Gegner verloren, sondern einfach weil wir zu viele Fehler im eigenen Spiel hatten.“

4. Sind Sie froh, nun einen Weltklassespieler wie Ryu Seung Min im Team zu haben? Kann er zum Führungsspieler werden?

“Jeder Trainer sollte glücklich sein, wenn er einen solch charismatischen Spieler wie Ryu bekommt. Aufgrund seines Charakters und seiner Erfahrungen kann er sicher unser Führungsspieler werden. Zudem glaube ich, dass alleine schon seine Anwesenheit beim Training positive Effekte haben wird, nicht zuletzt für die jungen Spieler im Liebherr Masters College.“

5. Glauben Sie, dass die vorzüglichen Arbeits- und Trainingsbedingungen in Ochsenhausen und die außergewöhnliche Infrastruktur sich positiv auf die Leistungen der TTF-Spieler auswirken werden?

„Es gibt nur ganz wenige Plätze in Europa, an denen mit Ochsenhausen vergleichbare Bedingungen herrschen. Durch das neue Leistungszentrum sind diese nochmals ein gutes Stück verbessert worden. Wir finden hier wirklich alles vor, was wir brauchen, um gute Resultate zu erzielen. Der Rahmen ist optimal, nun müssen wir das Beste daraus machen und entsprechende Leistungen zeigen.“

6. Sehen Sie eine Chance, schon 2012/13 Titel nach Ochsenhausen zu holen?

“Ich möchte dazu zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen. Solche Statements bringen uns nicht weiter. Wir arbeiten konzentriert daran, unsere bisherigen Fehler abzustellen. Wir legen dabei großen Wert darauf, unsere eigenen Stärken in den Vordergrund zu stellen. Wie weit wir kommen und wie erfolgreich wir sein werden, hängt von vielen Faktoren ab.“

7. Was ist realistisch, was wollen und können Sie mit der Mannschaft in der neuen Saison erreichen?

“Die Bundesliga ist nochmal ein Stück stärker geworden im Vergleich zur letzten Saison. Viele Klubs haben realisiert, dass sie die Qualität steigern müssen, um erfolgreich zu sein. Dass nun Spieler wie Chuang, Niwa und natürlich Ryu in der Liga spielen, spricht Bände. Unsere Ziele bleiben unverändert: Einzug in die Play-offs, Erreichen des Viertelfinales in der Champions League, zudem wollen wir auch im Pokal eine gute Rolle spielen. Natürlich wünsche ich mir, dass wir diese Minimalziele noch übertreffen können.“

8. Kann der junge Liam Pitchford in der neuen Saison den großen Durchbruch schaffen?

„Ich stelle bei Liam nicht die Ergebnisse der letzten Saison in den Vordergrund. Die Bundesliga ist extrem hart, gerade für junge Spieler. Selbst viele Routiniers mit großen Namen konnten keine guten Ergebnisse einfahren. Liam ist sehr talentiert. Für mich ist wichtig, ob ein Spieler Lösungen findet und an Physis und Psyche hart arbeitet, im Training wie im Wettkampf. Wenn er das schafft, hat er die Chance, ein großer Spieler zu werden und seinem Team in der Bundesliga wirklich weiterzuhelfen. Ich bin optimistisch.“

9. Wie können Sie selbst das Team voranbringen, wo setzen Sie an?

„Ich möchte, dass die Spieler ihr Niveau um 20 bis 30 Prozent steigern, bei Liam sogar noch mehr. Ich werde alles tun, um sie dorthin zu bringen. Ganz wichtig ist mir außerdem, aus den Spielern eine Einheit zu formen und einen richtig guten Team-Spirit zu schaffen.“

10. Welche vier Teams schätzen Sie am stärksten ein, wer erreicht die Play-offs?

„Düsseldorf, Saarbrücken, Bremen und Ochsenhausen.“!

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